Kapitel XXXII.
Einleitendes. Arabische Uebersetzer.
Wenn in den beiden vorigen Abschnitten der Ursprung derKenntnisse, welche bei den ludern und Chinesen nachweislich waren,unsere Kritik herausforderte und uns die Hoffnung kaum gestattetist, dass bei den einander schnurstracks entgegenstehenden Scliul-meiuungen in dieser Beziehung unsere Auffassung von allen Leserngetheilt des Charakters einer wenn auch durch Gründe gestütztendoch wesentlich persönlichen Meinung entkleidet werde, so ver-hält es sich ganz anders mit der arabischen Mathematik.')
Dass ein Volk Jahrhunderte lang jedem KultureinHusse vonSeiten seiner Nachbarvölker unzugänglich war, dass es selbst injener ganzen Zeit keinen Einfluss üben konnte, dass es dann plötz-lich seinen Glauben, seine Gesetze und mit diesen seine Spracheweiten Ländern aufzwang, welche an Ausdehnung kaum von demMachtbereiche anderer Eroberer erreicht worden sind, ist für sicheine so regelwidrige Erscheinung, dass es wohl der Mühe lohnt ihrenUrsachen nachzuforschen, dass aber zugleich mit ihr die Gewissheitgegeben ist, die plötzlich auftretende anderen Entwicklungen eben-bürtige Geistesreife könne aus sich selbst unmöglich zu Stande ge-kommen sein.
Muhammed Hob im September G22 aus Mekka . Er starb imJuni GG2. Zehn Jahre hatten ausgereicht ihn auf der Flucht ausseiner Vaterstadt, ihn kämpfend mit wechselndem Erfolge, ihn end-lich auf dem Gipfel seiner Macht zu sehen, und, was nur Wenigengleich ihm beschieden war, er starb auf einem Höhepunkt angelangt.Seine Nachfolger — Ohalifen — setzten das von ihm begonneneWerk fort, die Glaubenssätze, welche Muhammed als ihm offenbart
’) Wir folgen in diesem Abschnitte in der Anordnung des Stoffes wesent-lich Haukel’s arabischen Kapiteln S. ‘223—21)3. Von Büchern allgemeinen In-haltes, deren wir uns ausser den auch von llankel benutzten bedient haben,seien besonders erwähnt: Ci. Weil, Geschichte der islamitischen Völker vonMohammed bis zur Zeit des Sultan Selim übersichtlich dargestellt. Stuttgart, . 1866und Alfr. v. treuier, Kulturgeschichte des Orients unter den Chalifeu.Wien , 1877. Wir citireu beide Werke als Kremer und Weil.
Caktok, Geschichte derMathera. I.
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