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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XXXII.

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verkündigt hatte, mit dem Schwerte in der Hand zu verbreiten.Nicht eigentliche Eroberung war der nächste Zweck der Kriege.Die Annahme der neuen Religion durch die Bekriegten genügte denSiegern in erster Linie, und auch wo der Glaubensfeldzug mit Länder-erwerb endigte, blieb der erste Beweggrund an manchen Erscheinungensichtbar. Der Fremde war nicht länger der Unterworfene, als er selbstwollte. Mit dem Uebertritte zum Islam erlangte er das Bürgerrecht,trat er in die Hechte der herrschenden Nation ein 1 ), nur Einesfehlte ihm: Stammesgemeinschaft, da der Muselmann auf die alteNationalität verzichten musste, der neuen nicht von selbst angehörte.Aber auch diesem Mangel konnte er abhelfen. Er trat meistens zudem herrschenden Stamme, zu dessen Anführer oder zur regierendenDynastie in das Klientelverhältniss. ln der nächsten Generationwaren seine Nachkommen schon vollständig den neu gewonnenenFreunden gleichartig und galten bald als echte Araber, denen sie in»Sprache und Sitte so schnell als möglich sich anzusehliessen bedachtwaren. Diesen durch den Uebertritt zu erwerbenden Vortheilen ver-einigt mit der geschichtlichen Thatsache, dass in vielen Ländern,«fegen welche die ersten Züge der Mohammedaner sich wandten,religiöse Gleichgiltigkeit, in anderen Verkommenheit und Wider-standslosigkeit ihnen gegenübertrat, vereinigt mitder weiteren Thatsache,dass nationalarabische Volkstheile an den verschiedensten Orten desOstens längst vor dem Auftreten des Propheten verbreitet waren,welche auch den Stammesgegensatz zwischen Siegern und Besiegtenzu mildern sich eigneten, mag eine wesentliche Holle bei der raschenAusbreitung des Islam zugefallen sein. Eben diese Art der Aus-breitung erklärt es aber, dass die arabische Sprache in fast unglaub-lich kurzer Zeit als herrschende Sprache sich aufdrängen, dass z. B.noch nicht volle 200 Jahre nach Muhammed unter dem ChalifenAlmannin, welcher uns noch oft beschäftigen wird, ein Statthalterin Persien seinen W ohnsitz haben konnte, der nicht ein Wort persischverstand. '*) ,

Den geistig kräftigeren Elementen, welche an der Religion ihrerVäter hingen und nicht zum Uebertritte zu bewegen waren, sonderndas blieben als was sie erzogen worden waren, meistens nestorianischeChristen und Juden, wurde freilich dem Wortlaut des Gesetzes nachmit Bedrückung mannigfacher Art gedroht. Schon Chalife Omar034644, derselbe welcher das Jahr 022 der Flucht Muhammeds alsII idschra zum Anfang einer neuen Zeitrechnung schuf, erliess dasVerbot, dass kein Jude oder Christ in Staatskanzleien angestelltwerde. 3 ) llarun Arraschid 780809 befahl alle Kirchen in demGrenzgebiete niederzureissen und verordnete, dass die Nicht-Musel-

') Kremer II, 117. *) Ebenda 150, Anmerkung 1 . 3 ) Weil S. 20.