Band 
Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
Seite
599
JPEG-Download
 

Einleitendes. Arabische Uebersetzer.

599

Kardaga aus kramajyä, so dürfte folgende Vermuthung zur fastsicheren Thatsache sicli gestalten: Im Jahre 7715 kam durch einenInder ein Auszug aus dem astronomischen Lehrgebäude des Brahma-gupta nach Bagdad , und dieser Inder nannte seine Quelle nicht mitdem wahren Namen des Verfassers, sondern nach dem Könige, unterwelchem das Werk verfasst war, darin vielleicht nur die Fragen des(Jhalifen beantwortend, welcher die fürstliche Macht so verstand,dass Alles nach dem benannt werden müsse, uuter dem es ge-leistet wurde.

Die arabischen Personennamen, welche in dem Berichteund auch sonst uns bereits vorgekommen sind, erheischen gleich-falls eine erläuternde Bemerkung. *) Die Araber bedienten sich ver-hältnissmässig sehr wenig zahlreicher Namen. Um so sicherer trates ein, dass Viele gleichnamig waren, und zur Unterscheidung wurdealsdann, verbunden durch das Wort ihn = Sohn, auch der Vatersnamegenannt, Muhannned ihn'Abdallah (der Sohn des'Abdallah) war einanderer als Muhannned ihn 'Omar (der Sohn des 'Omar). Warenauch die Väter gleichnamig, so konnte wiederholt durch ihn eiu-geführt auf den Vater des Vaters zurückgegangen werden u. s. w.War eine Verwechslung nicht möglich, so liess man nicht selten demNamen des Vaters gegenüber den des Sohnes weg und sprach nurvon dem Sohne 'Omars oder von dem Sohne 'Abdallahs. Auch um-gekehrt hat man durch den Sohn auch wohl den Vater näher be-zeichnet, der nun abü = Vater des nachfolgend Genannten hiess. EinMuhammed also, der einen 'Omar zum Vater, einen 'Abdallah zumSohne hatte, vereinigte die Namen beider Blutsverwandten mit demeignen und hiess dem entsprechend Abü 'AbdallahMuhammed ibn'Omar.Man findet dabei die eigenthümlichsten Verbindungen und Weglas-sungen. So konnte von dem Vater eines bekannten Mannes, von

O •

dem Sohne des Vaters eines Dritten die Rede sein, ohne dass derName des eigentlich Gemeinten iibex-haupt ausgesprochen wurde.Abü Marwäu war Marwäns Vater, gleichgiltig wie er hiess; Ihn AbüMarwän war der Sohn von Marwäns Vater, d. h. Marwäus Bruder.Der Araber hat nun ferner die Gewohnheit auch Eigennamen denArtikel al vorzusetzen, welcher mit Abü sich zu Abü’l vereinigtund auch andere Veränderungen erleidet z. B. vor einem an-faugenden R sich in ar verwandelt. Dass dieser Artikel um so wenigerbei Beinamen fehlen durfte ist einleuchtend. Wir erinnern als Bei-spiele an die Chalifennamen al Mansür '= der Siegreiche, arRaschid = der auf richtigen Weg Geleitete, al Mamün = der durchVertrauen Beglückte. Die Beinamen, vielfach zur genaueren Be-

') Wüstenfeld, Geschichte der arabischen Aerzte und Naturforscher.S. X-XIII.