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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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626
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620 Kapitel XXXIII.

und den dabei Vorkommen den Rechnungen ausschliesslichhandeln. .

Wir haben die beiden Lehrbücher Alchwarizmis, sein Lehrbuchder Rechenkunst und das der Zeit nach ältere der Algebra, verhält-nissmässig sehr ausführlich besprochen. Die ganz aussergewölmlicheWichtigkeit, welche beide Schriften für die Entwicklung der abend-ländischen Mathematik gewonnen haben, wird noch nachträglichdieses längere Verweilen rechtfertigen. Schon jetzt dürfte aberunsere Rechtfertigung von dem Gesichtspunkte aus geliefert sein,dass uns nunmehr die Grundlage genau bekannt ist, welche durchden ersten arabischen Schriftsteller über Mathematik natürlich ausfremdem Stoffe geschaffen war, eine Grundlage, auf welcher seineLandsleute nun fortbauen konnten und mussten, mochten sie gleichihm die schon zubehauenen Steine den Trümmern einer fremdländischenBildung entnehmen, oder mochten sie selbst ganz Neues schaffendihre Befähigung mehr als blosse Aufbewahrer angeeigneten Guteszu sein glänzend bewähren.

Was das Verhältnis« betrifft, in welchem gemischt Griechischesund Indisches von Alchwarizmi aufgenommen und verarbeitet wurde,so lässt sich dasselbe kurz dahin augeben, dass als indisch vornehm-lich die Rechenkunst, als griechisch dagegen, wenn auch nicht unterAusschliessung jeglicher aus Indien stammender Veränderung, dieAlgebra sowie die Geometrie, mit anderen Worten die eigentlichewissenschaftliche Mathematik sich erweist.

Diese fast gegensätzliche Scheidung der beiden Richtungen,welche bei Muhammed ibn Müsä Alchwarizmi sich einigermassenverwischte, scheint auch fast zwei Jahrhunderte nach ihm im All-gemeinen noch bemerklich gewesen zu sein. Erzählt doch der be-rühmteste unter allen arabischen Aerzten Abu r Ali Husain ibn'Abdallah ibn Husain ibn 'Ali as-Schaich ar-Ra’is Ibn Siuä oderAvicenna , wie man ihn gewöhnlich nennt, er habe 1 ) in seinemzehnten Lebensjahre — das war zwischen 990 und 995 v. Chr. —in Buchara von einem Lehrer Unterricht im Lesen des Koran undin den Wissenschaften erhalten und habe bald den Gegenstand all-gemeiner Bewunderung gebildet; dann habe der Vater ihn zu einemManne geschickt, der mit Kohl handelte, und der in der indischenRechenkunst wohl erfahren war, damit er von diesem lerne.

Selbst Muhammed ibn Miisä hat neben seiner Algebra nocheine Schrift verfasst, in welcher er nach höchster WahrscheinlichkeitGegenstände sehr ähnlicher Natur nach einer weniger wissenscliaft-

') Wüstenfeld, Arabische Aerzte und Naturforscher S. 64—75, Nro. 128.Abul Pharagius Historia Dynast, (ed. Pocock) pag. 229 der lateinischenUebersetzung.