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Kapitel XXXVII.
Gleichung nx ! bx — c mit bald positiven, bald negativen Coefti-eienten in Behandlung nahmen. Dieser Widerspruch scheint zu derAnnahme zu nöthigen, der Verfasser des durch Gerhard von Cremouaübersetzten Buches sei ein Gelehrter gewesen, welcher selbständigvorgehend die indische Sitte auf arabische, um nicht gradezu zusagen auf griechisch-arabische Gegenstände anwandte. Er muss mitindischen Werken bekannt gewesen sein, muss ihnen das entnommenhaben, was er für besonders brauchbar hielt, während er gleichzeitigvon den unter den Arabern längst eingebürgerten drei Fällen nichtliess, sei es, dass er sie wirklich für nothwendig hielt, sei es, dasser als echter Araber anhängend an dem durch Alter der Ueber-lieferung Geheiligten doch nicht allzugrosse Neuerungen wagte.Waren es doch neben den Gediichtnissversen noch andere unge-mein überraschende Dinge, welche er seinen Landsleuten bot: einealgebraische Schrift durch Abkürzungen und iibereinkommliche Zeichen,wie die Inder sie benutzten.
Fast ganz indisch ist die Bezeichnung ahzuziehender Grössendurch einen unter die Benennung angebrachten Punkt,’) indischdarum wahrscheinlich auch die Darstellung der Benennung selbstdurch den Anfangsbuchstaben des Benannten, sei es, dass es um dieUnbekannte, oder um ihr Quadrat, oder um die absolute Zahl derAufgabe sich handelte.'-) Welcher Buchstaben das Original sich be-diente ist nicht mit voller Sicherheit zu behaupten, indem Gerhardvon Cremona einen Beweis scharfsinnigen Verständnisses als Ueber-setzer ablegend, oder aber in Toledo über den abkürzenden Ursprungder im Urtexte gebrauchten Buchstaben richtig belehrt, die Anfangs-buchstaben der lateinischen Wörter gewählt hat, deren er selbst sichbedient, der Wörter: radix für die Unbekannte, census für dasQuadrat derselben, dragma für die absolute Zahl, doch ist dieWahrscheinlichkeit eine bedeutende, es seien diese Wörter die Ueber-setzungen von dsch id r, mal, dirltam, deren Abkürzungen uns nochim Laufe dieses Kapitels in westarabischeu Werken begegnenwerden. In dem Gebrauche von census für tndl hat Gerhard vonCremona richtiger übersetzt als Johannes von Sevilla , welcher resdafür sagte, während eine Uebereinstimmung Beider in denWörtern digäus und articulus herrscht, die auch Gerhard von Cre-mona anwendet. 3 )
Wer der arabische Gelehrte war, welcher Gedächtnissverse,welcher Abkürzungen und fast algebraische Zeichen zuerst anwandte,ist uns, wir wiederholen es, nicht bekannt, denn die Vermutkung erhabe Sa'id geheissen, 4 ) steht auf nicht so festen Füssen , dass wir
*) B. Boncompagni, Deila vita e clelle opere di Gherardo Cremnnesepag 38—39. *) Ebenda pag. 36 sqq. 3 ) Ebenda pag. 38. 4 ) Ebenda pag 56.