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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XXXVIII.

legung keiner anderweitigen Vorkenntnisse, wie es bei der Musik,der Geometrie, der Astronomie der Fall sei. Diesem Beispiele folgendschickt auch Isidorus die . Arithmetik voraus, deren Ursprung undUebergang zu den Körnern er in den vielfach angeführten Wortenschildert: „Man hält dafür, dass Pythagoras bei den Griechen dieWissenschaft der Zahl zuerst aufgeschrieben habe, dass sie alsdannvon Nikomachus weitläufiger behandelt wurde; den Römern wurde siedurch Appuleius und Boethius bekannt.“ Im 3. Kapitel erklärtIsidorus die lateinischen Zahlennamen in einer Weise, welche demLeser mitunter als Spott erscheinen müsste, könnte man nicht diefeste Ueberzeugung von dem ernstesten wissenschaftlichen Strebendes Isidorus haben. Da soll decem, zehn, von dem griechischenösßpevsiv, zusammenbinden, herkommen, weil die Zehn alle niedrigerenZahlen erst vereinige. Da stammt centum, hundert, von xccv&ög, dasRad, warum wird nicht gesagt. Da wird mille, tausend, aus multitudo,die Menge, erklärt. Glücklicherweise wird der undankbare Gegen-stand bald wieder verlassen, und die folgenden Kapitel bringen diebekannten Unterscheidungen der Zahlen in grade und ungrade, invollkommene und iiberscbiessende, in nach gegebenen Verhältnissenproportionale, in lineäre Zahlen, Flächen zahlen und Körperzahlen u. s. w.Die Zahl hat für Isidorus eine solche Würde, dass er einem anderenkirchlichen Schriftsteller folgend in die Worte ausbricht'), welchevon ihm aus sich durch die verschiedensten Schriftsteller weiter ver-erbt haben: „Nimm die Zahl aus allen Dingen weg, und Alles gebtzu Grunde. Raube dem Jahrhundert die Rechnung und die Gesammt-lieit wird von blinder Unwissenheit ergriffen, und nicht kann vonden übrigen Thieren unterschieden werden, wer die Verfahren desCalculs nicht kennt.“

Aber wie hat man denn gerechnet, wird im Stillen jeder Leserfragen? Darüber gibt Isidorus keinerlei Auskunft. Nur au einerStelle sagt er uns, wie uns scheint, wfie zu seiner Zeit nicht mehrgerechnet wurde. Im X. Buche, welches nicht weiter in Kapitel ab-getheilt bestimmt ist Wörter zu erklären, welche selbst in ziemlichalphabetischer Ordnung auf einander folgen, heisst es in der 43. Nummerunter calculator : a calmlis i. c. lapillis minutis, qiws antiqui in manntencntes componebant nmnernm, also Rechnen von Rechenpfennigend. h. kleinen Steinehen, welche die Alten in der Hand zu haltenund die Zahlen daraus znsammenzulegen pflegten.

Was in dem III. Buche von Geometrie, Musik und Astronomievorkommt, ist noch dürftiger als das Arithmetische, auch in dieser

') Urigines Lib. III, cap. 4, § 4: Tolle numerum rebus omnibus et omniapereunt. Adime seculo computum et cuncta ignorantia caeca complectitur, necdifferri potest a ceteris animalibus qui calculi nescit rationem.