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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XXXVIII.

wissen geistigen Zusammenhänge stehen. Das Eine, eine physischeWeltbeschreibung, führt den Namen De natura rerum, über die Naturder Dinge. Es ist nach Plinius bearbeitet, wie Beda selbst an einzelnenStellen erklärt. An die Weltkunde schliesst sich sodann die Zeit-kunde an, der die Abhandlung De temporibus, über die Zeiten, ge-widmet ist. Diese Schrift gibt im 14. Kapitel selbst ihr Datum an,sie ist 703 verfasst.

Eine ausführlichere Bearbeitung führt den Titel: De temporumratione, über Zeitrechnung. Sie ist mindestens 14 Jahre später alsdie kürzere Fassung vollendet, da sie dem Abte Huaetberct zugeignetist, welcher erst 716 in diese Stellung eiutrat. In der Vorrede beruftsich Beda ausdrücklich auf die beiden genannten Schriften von der Naturder Dinge und von den Zeiten. Sie seien nach dem Urtheile derjenigen,welche sie zu benutzen Gelegenheit hatten, allzugedräugter Schreibweisegewesen, als dass sie den Nutzen hätten stiften können, den er be-absichtigte. Namentlich die Osterrechnung scheine einer weit-läufigeren Auseinandersetzung zu bedürfen, und so habe er sich dennentschlossen ein derartiges Lehrbuch der Zeitrechnung seinen Schülernzu übergeben. Als Quellen, welche Beda dabei benutzte, hat manMacrobius und Isidorus nachweisen können.') Für Anderes sind unsseine Quellen unbekannt, wo er der älteste Schriftsteller ist, vonwelchem eine ausführlichere Darstellung des Gegenstandes sich er-halten hat, Wir mehren damit gleich das 1. Kapitel der Zeitrechnung,von welchem wir schon (S. 446) aukiiudigend gesprochen haben. Esgalt sonst auch wohl für eine selbständige Abhandlung unter dem'Fitei „über die Fingerrechnung“ bis es auf Grund einiger Hand-schriften des britischen Museums an diesen seinen rechtmässigen Platzgebracht wurde. Das gleiche Schicksal theilte das 4. Kapitel, welchesfür eine Abhandlung „über die Rechnung mit Unzen“ galt. * 2 ) Das1. Kapitel beziehungsweise die ganze Schrift über Zeitrechnung leitetBeda mit den Worten ein: „Wir hielten es für nöthig erst in Kürzedie überaus nützliche und stets bereite Geschicklichkeit der Fiuger-beuguugen zu zeigen, um dadurch eine möglich grösste Leichtigkeitdes Rechnens zu geben; dann, wenn der Geist des Lesers vorbereitetist, wollen wir zur Untersuchung und Aufhellung der Reihe derZeiten mittels Rechnung kommen.“ Und einige Seiten später heisstes: „Bezüglich der oben bemerkten Rechnung kann auch eine gewisseFingersprache gebildet werden theils zur Uebung des Geistes, theilsals Spielerei.“ Mau sieht hier einen scharfen Gegensatz. 3 ) Die

’) Werner 1. c. S. 122 und 125. 2 ) Beda (ed. Giles) VI, 139—342 das

Werk De temporum ratione. Dessen Caput 1 . De computo vel loquela digi-torum pag. 141 — 144 und Caput 4. De ratione unciarum pag. 147—149.

3 ) St oy, Zur Geschichte des Rechenunterrichtes I, 38 (Jena , 1878) hat wohl zuerstdurch Nebeneinanderstellung der beiden Ausdrücke darauf aufmerksam gemacht.