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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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709
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Klostergelehrsamkeit bis zum Ausgange des X. Jahrhunderts. 709

gab zu Bedas Zeiten, also wenige Jahrzehnte nach Theodors um 690erfolgten Tode Männer in England, welche des Griechischen undLateinischen eben so gut wie ihrer eigenen Muttersprache kundigwaren. Leider waren die griechischen Werke, welche sie lasen,nicht solche, wie wir sie zum Besten der mathematischen Wissen-schaften wünschen müssten.

Wie wir früher gesagt haben Alles, auch das Griechische, kamvon Rom , und griechische Mathematik war in Originalwerken dar-unter offenbar gar nicht vertreten. Es war schon verhältnissmässigsehr viel, dass überhaupt eine gewisse Neigung zur Erledigung kirch-lich mathematischer Fragen anders als auf von auswärts ein-getroffene Anordnung bin in den damals an der schottisch-englischenGrenze gegründeten Klöstern grossgezogen wurde, eine Neigung, dievon da aus, wie wir sehen werden, durch Schüler jener Klösterüber Frankreich und Deutschland sich fortsetzte, während in denälteren irischen Klöstern z. B. an solche Fragen kaum gedachtwurde.

Um jene Zeit 674 und 682 war es, dass durch Biscop, einenedeln Than, der als Mönch und Abt den Namen Benedict erhielt,dicht an der Grenze Schottlands , wo Tyiie und Were unweit voneinander in das Meer sich ergiessen, zwei Klöster erbaut undSt. Peter und Paul geweiht wurden. Der Einrichtung der Klösterwar durch Biscop, der vielfach Reisen nach Rom machte und stetsneue Bücherschätze, Beliquien, Gemälde zur Ausschmückung derKirche von dort mitbrachte, die Regel des Benedictinerordens zuGrunde gelegt. In dieser Gegend ist Beda 672 geboren, in diesenKlöstern wurde er erzogen, hier verbrachte er den Verlauf seinesganzen Lebens in ruhiger Emsigkeit, hier starb er am 26. Mai 735,am Feste Christi Himmelfahrt .

Beda hat als ein Hauptwerk eine Kirchengeschichte hinterlassen,welche bis zum Jahre 731 hinabreicht, und an deren Ende er dasVerzeichniss derjenigen Schriften gibt, welche er bis dahin — biszu seinem 59. Lebensjahre, wie er sagt — verfasst hat. Dadurchist einerseits die Zeit seiner Geburt genau bestimmbar geworden 1 ),andererseits auch möglich geworden viele ihm früher wohl beigelegteund unter seine Werke aufgenommene Schriften als unecht wiederzu entfernen, da er unmöglich neben den Pflichten eines Messe-priesters, die er zu erfüllen hatte, neben dem Unterrichte der zahl-reichen Schüler, welche er heranbildete, in den vier Jahren, umwelche er nur die Anfertigung jenes Verzeichnisses überlebte, Vielesschriftstellerisch geleistet haben kann, Zwei Werke sind in demVerzeichnisse als von Beda herrühreud anerkannt, die in einem ge-

') Werner, Beda S. 81.