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Kupit(*l XXXIX.
Bruno aus dem sächsischen Fürsten hause als Gregor V. zum Papstegewählt, am 21. Mai krönte der neue Papst bereits Otto in Uom zumKaiser. Gerbert blieb auch nach des Kaisers Abreise in Uom als Ratli-geher des noch jugendlichen Papstes. Er erfüllte diese Aufgabe sopHichtgetreu, dass er 998 mit dem Bisthume Ravenna belohnt wurde,und im folgenden .fahre erfüllte sich der Schicksalsspruch:
S canilit ab Jl Gcrbcrtns in 11, post Papa vigrt Jl,der ihm in dreifacher Erhebung ein dreifaches 11 verheissen hatte,von Rheims nach Ravenna, von Ravenna nach Rom! Gregor V. starb am f). Februar, Gerbert feierte am 2. April 999 seine Inthroni-sation unter dem Namen Sylvester II . Er verwaltete den päpst-lichen Stuhl fast genau 4 Jahre lang bis zu seinem Tode, der am12. Mai 1003 erfolgte.
Die letzten 7 Lebensjahre Gerborts, welche er demnach politischund kirchlich überaus beschäftigt in Italien zubrachte, gaben ihmdaneben Gelegenheit zu schriftstellerischer Thiitigkeit. Er verfasste 1eine freilich nur aus 12 Hexametern bestehende Inschrift zu einemDenkmale des Boethius, mit welchem Otto III. zu Pavia aufseine Ver-anlassung das Grab des in den Klosterschulen beliebtesten Schriftstellersschmückte. 1 ) Er schrieb muthmasslich um 997 eine Abhandlung überdas Dividircn, welche dem Constantinus von Fleury gewidmet ist undals jene Schrift betrachtet wird, yon der Richer spricht, indem erdiejenigen, welche die Division und die Multiplikation grosser Zahlenerlernen wollen, auf das Buch verweist, welches Gerbert au 0. denGrammatiker schrieb. Als Papst sogar fand Gerbert Zeit einenastronomischen Brief an einen anderen Constantinus als den ebengenannten zu schreiben. 2 ) Als Papst erhielt er einen Brief geo-metrischen Inhaltes von Adalboldus über die Ausmessung des Kreisesund der Kugel, 3 ) in dessen Schreiber man wohl berechtigt istAdelbold von Utrecht zu erkennen, einen Gelehrten der in vielenSätteln gerecht Schriften über Musik,') aber auch ein Geschichts-werk hinterlassen hat, welches an Thietmars Chronik sich anlehnt. 5 )Vielleicht in die gleiche Zeit fällt ein Schreiben Gerbcrts an den-selben Adalboldus über einen geometrischen Gegenstand, von demwir noch zu reden haben. Gelegenheit bietet uns die Gesammt-besprechung. der mathematischen Schriften Gerbcrts, zuwelcher wir jetzt übergehen, und bei welcher wir erst die geo-metrischen dann die arithmetischen Dinge behandeln.
Die Geometrie' 1 ) Gerbcrts ist in mehreren lückenhaften, so-dann in einer bis gegen das Ende vollständigen dem Stifte St. Peter
') Werner, Gerbert S. 328. a ) Oeuvres de Gerbert (edit. Olleris) pag.479: Gerbertus Papa Constantino Miciacensi Abbati. 3 ) Ebenda pag. 471—475.9 Werner, Gerbert S. G9. s ) Ebenda S. 222. c ) Agrimensoren S. 150 figg.