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Kapitel XXXX. ■
wird, 1 ) eine dem Sinne nach ähnliche von cdcntis aus ßekqvtj daraufdass 9 die Zahl der Jungfrau ist, 2 ) die Mondgöttin aber sich vorAllen der Jungfräulichkeit erfreut. Andere dagegen wollen cdcntisvon BtiAvvTog weibisch, oder vielmehr unter der Annahme das Anfangs-u eines Wortes könne, auch wenn es verneinende Bedeutung habe,Wegfällen, von äQijAwr og nicht weibisch, kräftig ableiten, weil die 9den Begriff der Kraft in sich schliesse. So steht eine nicht unbedingtzu verwerfende Auswahl von Erklärungen der fremdklingenden Zahl-wörter Radulphs zu Gebote. Weiter aber als bis zur Ablehnung derunbedingten Verwerfung möchten wir unsere Zustimmung doch nicht er-strecken und betrachten das Riithsel als immer noch nicht mit Ge-wissheit aufgelöst, gern bereit eine zuverlässigere Deutung jenerWörter freudig zu begrüssen, welche auch die Frage mich der Zeitder Entstehung endgiltig beantworten würde.
Wir gehen nunmehr mit üadulph zu dem letzten Zeichen dessipos über, zu dem Kreise mit angedeutetem Mittelpunkte, jene Figur„welche, wiewohl sie keine Zahl bedeutet, doch zu gewissen anderenZwecken dienlich ist, ivie im Folgenden erklärt werden wird.“ (S. 764)Badulph erfüllt das gegebene Versprechen treulich. 3 ) Der vorsichtigeAbacist — providus abadsta — wird, sagt er, unter den anderenZeichen auch ein nach Art eines Rädchens — in tnodum rotulac —gestaltetes sipos sich auf Marken — in calculis — anfertigen, undnun erläutert er deren Gebrauch. Wir begnügen uns ohne wörtlichzu übersetzen auf den Kernpunkt hinzuweisen. Wenn die Multiplikationmehrziffriger Zahlen mit einander vorgenommen wird,-so kommt esdarauf an immer zu wissen, wo man mit dem Vervielfältigen halte.Ist dieses schon nothweudig, wofern alle Zwischenrechnungen stehenbleiben, so ist es noch weit unerlässlicher, wenn, wie wir von Bernelinusgelernt haben, Ziffern fortwährend verändert wurden. Sei es dassman auf dem Sande neue Zeichen schrieb, sei es dass man auf demvom Schildmacher hergerichteten Abacus neue Marken auflegte, inbeiden Fällen war dem vor Augen befindlichen Theilergebnisse nichtanzusehen, welchem Augenblick der Rechnung es entstamme. Datrat das sipos in seine Rechte. Man rückte nämlich eine solche Markelängs den Ziffern des Multiplikators von der Rechten zur Linkenfort, um anzugeben, mit welcher Stelle man grade vervielfache; umaber auch zu wissen, welchen Abschnitt der Vervielfältigung jederMultiplikatorsziffer mit dem ganzen Multiplikandus man schon aus-geführt habe, Hess man gleichzeitig eine zweite sipos-Marke längsdes Multiplikandus fortrücken. Man sieht somit: das sipos ist keine
') Theo« SmyruaeuB (ed. Hiller) pag. 103, lin. 1—5. l ) Theologu-meua (ed. Ast) pag. 58, lin. 12 flgg. 3 ) Woepcke im Journal Asiatiquc für1863, I. Halbjahr pag. 246—247, Anmerkung 1.