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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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Kapitel LXIX.

Voraus des Simon Jacob als Rechenmeisters gedacht (S. 536). EinigeJahre vor seinem Rechenbuche erschienen 1556 zwei allenfalls er-wiihnenswerthe Schriften, ein Hilfsbuch zur Berechnung des Silber-gehaltes und des Silberwerthes von Johann Marheld 1 ) in deutscherund ein ganz kurzgefasster Lehrgang des Rechnens mit Sexagesimal-brüchen nebst Anweisung zur Auflösung quadratischer Gleichungenvon Kaspar Peucer 2 ) (1525 —1602) in lateinischer Sprache. Daserstere ist ein mit Tabellen versehenes um nicht zu sagen aus Ta-bellen bestehendes Buch von einer Art, wie uns vorher noch keinsbegegnete. An dem zweiten ist nichts interessant als der Verfassei - ,ein Schwiegersohn Melanehthons, der von 1554—1559 eine mathe-matische Professur in Wittenberg inne hatte und dann zur medizini-schen Fakultät überging. Er musste schwer unter dem Verdachte desKryptocalvinismus leiden und brachte 12 Jahre in harter Gefangen-schaft auf der Pleissenburg in Leipzig zu. Er hatte vermuthlichValentin Otho den Rath ertheilt (S. 554), Wittenberg noch recht-zeitig zu verlassen und an den Pfälzer Hof nach Heidelberg sich zubegeben.

Von Simon Jacobs Rechenbuch ist uns nur die vervollständigteAusgabe von 1565 bekannt. So weit wie der Verfasser eines latei-nischen Lobliedes, welches der Vorrede zum Neiv und wolgegründltRcchenfotch unmittelbar folgt, möchten wir freilich nicht gehen. Erbehauptet schlankweg, Koburg sei durch den dort geborenen Jacobzu gleicher Berühmtheit gelangt, wie die beiden anderen fränkischenStädte: Königsberg und Karlsstadt durch Regiomontanus und Jo-hannes Schoner und versündigt sich dadurch an Regiomontanus, aberimmerhin ist Jacobs Rechenbuch besser als viele, vielleicht als diemeisten ähnlichen Werke der gleichen Zeit. Jacob lehrt der Uebungfolgend am Anfänge auch das Linienrechuen, aber er ist sich derUmständlichkeit desselben wohl bewusst und weiss ferner, wo espassende Anwendung findet, wo nicht. Wahr ist's, dass sie zu Hauss-rechnungen, da man viel Summierens, Aussgebetis und Eynnemens he-da r ff, ehvan förderlich erscheinen, aber in Kunslrechnungen, die einwenig etwas wichtig, zum offtenmal verhinderlich. Nicht sag ich, dassman auff den Linien dieselben Rechnungen nicht auch machen höndte,sondern so viel vortheils ein Fussgänger, der leichtfertig und mit heinerLast beladen ist, gegen einen, der unter einer schwüren Last stechet,hat, so viel vortheils hat auch ein Kunstrechner auff oder mit denZiphern für einem mit den Linien . 3 ) Damit entschuldigt es Jacob,dass er nunmehr vom Dividieren ab das Linienrechnen ganz bei Seitelasse. Er kennt 4 ) die Summe der Quadratzahlen in Gestalt der Formel

') Kästner I, 131. *) Ebenda I, 131 — 132. Allgem. deutsche Biographie

XXV, 552—556, Artikel von Wagenmann. s ) New und wolgegründt Rechen-buch fol. 10 verso. 4 ) Ebenda fol. 15 verso bis 16 recto.