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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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Rechenkunst und Algebra.

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welche vielleicht mit mehr Hecht Lazarus Schoner verantwortlichzu machen ist, dahin auch ein Rechenbuch von Andreas Helmreich 1 )von Eissfelde, Rechenmeister und Visierer zu Halle, welches 1595 diePresse verliess. Wir bemerken, dass Ramus die unbekannte Grössedurch l als Anfangsbuchstaben von latus bezeichnet. Helmreich undsein Buch würden wir der verdienten Vergessenheit überlassen, wennes nicht eine eigenthümliche Uebereinstimmung mit der (S. 562)gleichfalls erwähnten Göttinger Handschrift von 1545 — 1548 zeigte,welche einen immerhin beachtenswerthen Gegenstand betrifft. BeiHelmreich findet sich eine geschichtlich sein sollende Notiz von einemAlgebras zu Ulem , dem grossen Geometer in Egypten zur Zeitdes Alexandri Magni, der da war ein Präzeptor Euklidis des Fürstenvon Megarien, .und dergleichen tolles Zeug noch mehr. Genau der-selbe Wust eröffnet als Prolog jene Handschrift, nur noch etwas aus-führlicher. Die Anfangsworte lauten: Algehrae Arabis Arithmeticiviri Clarissimi über ad Yleni Geometram praeerptorem suum, und dasSonderbarste dabei ist, dass dieses Ylem, wie es bei dem Einen,Ulem, wie es bei dem Anderen heisst, einer Verketzerung einesarabischen Wortes, welches Lehren bedeutet, sehr ähneln soll, wieSprachkundige uns versichern. Hier könnte also die Erinnerung,wenn nicht gar die mittelbare Erhaltung einer sonst nicht näher be-kannten arabischen Algebra vorhanden sein.

Dem gewiss gerechten Bedauern über die Drucklegung so unbe-deutender Leistungen in Deutschland könnte ein mit der Literaturgeringen Gehaltes in anderen Ländern genauer bekannter Leservielleicht ein Wort des Trostes entgegensetzen, es sei auch dort dieDruckerschwärze nicht selten missbraucht worden. Wir begnügenuns mit dem jedenfalls angenehmeren Gefühle, zum Schlüsse des Ab-schnittes auch noch Männer nennen zu können, welche in Deutsch-land sich wirkliche Verdienste um die Algebra erworben haben: JoostBürgi, Pitiscus und Raimarus Ursus. Bürgi 2 ) kam zu den algebrai-schen Arbeiten bei Berechnung einer genauen Sinustabelle, die selbsteinen doppelten Zweck erfüllen sollte. Sie sollte einmal da dienen,wo in Folge trigonometrisch behandelter Aufgaben Sinusse vorkamen,sie sollte zweitens bei prosthaphäretischen Multiplikationenin Anwendung treten. Es ist (S. 417) gezeigt worden, worin diesesVerfahren bestand, und dass es jedenfalls nur sehr vermuthungsweiseWerner zugeschrieben worden ist. Wahrscheinlicher ist die Er-zählung, welche Raimarus Ursus entstammt. 3 ) Der eigentliche Erfinderwar darnach Paul Wittich aus Breslau , der um 1582 bei Tycho

') Kästner I, 147—149. 2 ) Vergl. einen Auszug aus den in Pulkowa

aufuewahrten Bürgi’schen Papieren von Rud. Wolf in dessen AstronomischenMittheilungen Nr. XXXI (Zürich 1872). 3 ) Rud. Wolf, Astron. Mittheilungen

Nr. XXXI S. Io— 11 und Nr. XXXII S. 55 -67.