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Kapitel LXXI.
möchte, ist räthselhaft. In dessen Büchern De trianyulis kommt dielleronische Formel jedenfalls nicht vor. Der Inhalt des III. Trak-tates ist durch dessen Titel „Meusula Praetoriana, Beschreibung desnützlichen Geometrischen Tischleins, von dem fürtrefflichen und weit-berühmten Mathematico M. Johanne Praetorio S[eelig] erfunden“ ge-nugsam bezeichnet. Schwenter hat in demselben den Messtisch,welchen sein Lehrer erfunden, und zu dessen Gebrauch er währenddes Unterrichtes die nöthige Anweisung gegeben hatte, ohne eineausführliche Beschreibung desselben zu veröffentlichen, nachträglichzur allgemeinen Kenntniss gebracht und dadurch ebensowohl demRuhme jenes verstorbenen Lehrers als dem allgemeinen Nutzen einenwesentlichen Dienst erwiesen. Ausser dem ^Messtische kommt indiesem Traktate nur ein Winkelinstrument in Anwendung, welchesbei Höhenmessungen nicht entbehrt werden kann, und welches imWesentlichen noch immer mit Peurbachs geometrischem Quadrateübereinstimmt. Der III. Traktat besteht aus 4 Büchern. Endlich derIV. Traktat handelt von einer Vorrichtung, welche in Italien amAnfänge des Jahrhunderts durch Camillo liaverta 1 ) von Mailand erfunden und 1002 von Curtio Casati, 2 ) gleichfalls einem Mailänder,beschrieben worden ist. Dieselbe setzt voraus, dass man nach demAugenmaasse eine Gerade auf dem Papier in paralleler Lage zu einerin der Entfernung auf dem Felde zwischen gegebenen Endpunktengedachten Geraden zeichnen könne. Schon Casati hatte gegen dieseErfindung, so hoch er sie preist, einige Bedenken, Schwenter theiltedieselben in verstärktem Maasse, und die spätere Zeit ist diesen Be-denken so sehr beigetreten, dass weder Raverta’s noch Casati’s Namenin den vollständigsten neueren Schriften über Feldmessung mehr Vor-kommen, während Muzio Oddi 3 ) (15G9—1638) aus Urbino , derVerfasser eines im Gefängnisse geschriebenen Werkes über Feld-messung von 1625, in welchem nach den uns bekannten AuszügenNeues sich nicht findet, erwähnt und wohl etwas über Verdienst ge-rühmt wird.
Ungefähr innerhalb derselben Lebensgrenzen wie Schwenter istein Schriftsteller in Ulm zu nennen Johann Faulhaber 1 ) (1580bis 1635). Er war der Sohn eines Webers und zum väterlichen Ge-
') Hallervord, Bibliotheca curiosa pag. 42 (Königsberg und Frankfurt 1676).
2 ) Zedlers Universallexicon beruft sich für ihn auf das uns unbekannte WerkArgelati, Bibi. Mediol. s ) Kästner III, 373. — Poggendorff II, 206. —
Itossi, Groma e squadro pag. 146 —165 und 215 — 216. Poggendorff nennt1631 als Todesjahr, Rossi 1638 mit Berufung auf die Ueberschrift eines vonihm beschriebenen Gemäldes. *) Kästner III, 111 — 152 und IV, 510—511.—Ofterdinger, Beiträge zur Geschichte der Mathematik in Ulm bis zur Mittedes XVII. Jahrhunderts (Ulm 1867). — Allgem. deutsche Biographie VI, 581 bis583, Artikel von Höchstetter.