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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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Geometrie.

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werbe bestimmt. Der Unterricht des Rechenmeisters David Selzlin(S. 502) führte ihn der Wissenschaft zu, und bald war er selbstRechenmeister in Ulm , jedenfalls vor 1010, denn seine erste Ver-öffentlichung, welche diese Jahreszahl trägt, giebt ihm schon diesenTitel. Ihm gleichzeitig lebten in Ulm ein Arzt, Johannes Rem-melin, und zwei Schulmänner, Zimpertus Wehe und JohannBaptista Hebenstreit, die beiden letzteren Gegner, der erste einFreund und Gönner Faulhabers. Die Streitigkeiten Faulhabers drehtensich um Wortrechnungen. Aehnlich wie einst Michael Stifel hatauch Faulhaber in diese Spielereien sich verrannt, und er suchte dieprophetischen Zahlen der Bibel auszubeuten, indem er sie mit Buch-staben, welchen Zahlenwerthe beigelegt waren, in Verbindung setzte.So war er durch sonderbare Zahlenhandhabung dazu geführt worden,in einem Kalender für 1618 auf den 1. September dieses Jahres einenKometen zu verkünden. Ein solcher erschien zufälligerweise wirk-lich und gab Veranlassung zu einem tiefgehenden Zwiespalt in Ulm.Faulhaber und seinen Freunden, zu welchen auch der StadtpfarrerDieterich gehörte, welcher sogar über den Kometen predigte, standendie erwähnten Schulmänner gegenüber, welche die Berechtigung zurWortrechnung überhaupt und insbesondere zu astronomischen Vor-hersagungen mittels derselben bekämpften. Faulhaber antwortete inheftigen Streitschriften, in welchen er seinen einen Gegner als„Hebandenstreit“ lächerlich zu machen suchte. Faulhabers aus-gesprochene Neigung zu überschwänglichen Dingen erwies sich ihmoftmals schädlich, eine Verbindung mit einem angeblichen Prophetenbrachte ihn sogar 1606 ins Gefängniss. Später trat er den Rosen-kreuzern nahe und war überzeugter Alchymist. Es ist eine merk-würdige, wiederum an Michael Stifel erinnernde Erscheinung, dassmit diesen Schrullen wirkliche mathematische Begabung Hand inHand ging, und dass die Wissenschaft gerade aus Faulhabers Wort-rechnungen Nutzen zog. Wir kommen in anderem Zusammenhängedarauf zurück; hier, wo wir mit Geometrischem uns beschäftigen, istnur eine Faulhaber’sche Schrift zu nennen, seine Ingenieurschule, die1630—1633 in vier Theilen erschienen ist. Wie der Titel erkennenlässt hat Faulhaber hier Feldmesserisches und auf die Befestiauners-kuust Bezügliches auseinandergesetzt. Bei einer Aufgabe mischen sichGeometrie und Wortrechnung oder mindestens prophetische Zahlen.Folgende 7 Zahlen nämlich können als weissagende betrachtet werden :666 (Apokalypse XIII, 18), 1000 (Apokalypse XX, 2), 1260 (ApokalypseXI, 3 und XII, 6), 1290 (^Daniel XII, 11), 1335 (Daniel XII, 12), 1600(Apokalypse XIV, 20), 2300 (Daniel VIII, 14). Faulhaber verlangteim ersten Theile seiner Ingenieurschule aus Strecken, welche durchdiese sieben Zahlen gemessen werden, ein Sehnen sieben eck her-zustellen, dessen Winkel und den Halbmesser des Umkreises zu be-

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