642
Kapitel LXXIII.
seinem Werke Diclides caelometrica sive Valvae astronomicae univer-sales etc. von 1602. Er war, nachdem er in Oxford studiert hatte,einige Jahre hindurch Schreiber bei Vieta. Später kehrte er nachEngland zurück, wo er der Gunst eines Grafen von Northumberland sich erfreute. In Vieta's Umgang mag Torporley sich die Gewohnheitangeeignet haben, neue Wörter zu erfinden und solche so unzweck-mässig als denkbar auszuwählen. Die Aufgabe, welche Torporley indem zweiten Theile seines Buches (der erste Theil ist astrologischenInhaltes) sich stellte, ist die Auflösung sämmtlicher Fälle des recht-winklig sphärischen Dreiecks. Die Fälle selbst nennt er Triplici-täten, weil jedesmal ausser dem rechten Winkel noch drei StückeVorkommen, deren eines durch die beiden anderen bestimmt ist. EineTriplicität heisst solilateralis , weil nur Seiten d. h. die Hypotenuseund beide Katheten Vorkommen. Die anderen Triplicitäten heissenmixtae und sind der Anzahl nach 5, nämlich 3 plurilaterales mit2 Seiten und 1 Winkel (Hypotenuse, Kathete und der letzteren an-liegender Winkel; Hypotenuse, Kathete und der letzteren gegenüber-liegender Winkel; beide Katheten und ein Winkel) und 2 plurangu-lares mit 2 Winkeln und 1 Seite (Hypotenuse oder eine Kathete).Diesen im Ganzen 6 Fällen hat aber Torporley auch noch besondereNamen beigelegt. In der Reihenfolge, in welcher wir sie hiererwähnt haben, heissen sie bei ihm: carcer (Gefängniss), forfex(Schneiderscheere), siplw (Heber), corvus (Enterhaken), hasta (Spiess),funda (Schleuder), weil er in den betreffenden Figuren, bei welchendie jeder Triplicität zugehörigen Stücke stärker gezogen sind, jene
Gestaltungen zu erkennen glaubte.Alle Triplicitäten vereinigt findeter in einer Figur, welche er mitra(Bischofsmütze) nennt (Figur 133).FR und IR sind unter einandergleiche, zu einander senkrechteBögen grösster Kreise, und zwarjeder von ihnen kleiner als einQuadrant. FO, RO, RE, IE sindQuadranten, welche auf FR, beziehungsweise auf Iil senkrecht stehen.Auch FM = IT sind Quadranten, und durch M und T ist der grössteKreisbogen PMTC gelegt. Torporley nennt dann FOREI die Mitra und FMTC eine an ihr befestigte Binde. Mit der mehrfach wieder-holten Figur ist ein bald von rechts, bald von links gezeichneter Kopfin Verbindung und hilft die einzelnen Triplicitäten zur Anschauungzu bringen, und in gleicher Absicht sind noch andere nicht mindereigenthümliche Abbildungen vorhanden, welche vielleicht den ent-gegengesetzten Erfolg hatten, den sie haben sollten, und der Ver-breitung des Buches mehr schadeten als nützten.
Fig. 133.