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Kapitel LXXI1I.
Sarasa stützt sich dabei auf das VI. Buch des Opus geometricum,welches von der Hyperbel handelt. Gregorius hatte dort nachgewiesen,dass Flächenräume, welche durch eine Hyperbel, deren eine Asymptoteund Parallele zur anderen Asymptote begrenzt seien, in einem Ver-hältnisse stehen, welches gleich sei dem der Exponenten der Potenzen,als welche die abschliessenden Ordinaten sich kundgeben. Mit anderenWorten, Gregorius hatte das Auftreten von Logarithmen beiden erwähnten Flächenräumen erkannt, w r enn auch nicht mitNamen genannt. Letzteres that Sarasa, und darin liegt das wirklicheVerdienst seiner Streitschrift.
Nun trat 1651 ein neuer, damals noch ganz unbekannter jungerSchriftsteller in die Kampfbahn ein, der eben 22jährige ChristianHuygens 1 ) (1629—1695). Zweiter Sohn eines als Dichter und Staats-mann bekannten, in hohem Ansehen stehenden Vaters sollte Huygensgleichfalls einer diplomatischen Laufbahn sich widmen und studiertedesshalb die Rechtsgelehrsamkeit, bis er 1655 den Doktorgrad beiderRechte sich erwerben konnte. Schon vorher trat er aber als Schrift-steller auf dem Gebiete auf, auf welches seine Begabung ihn vorzugs-weise hinwies. Es war das mathematische, das physikalische, dasastronomische Gebiet, und der jüngere Franciscus van Schootenwar auf demselben seit 1645 sein Lehrer, später sein Freund und Be-wunderer. Zunächst haben wir es mit Schriften von Huygens überdie Kreisquadratur zu thun. Wir werden ihm dann im LXXV. Kapitelals Schriftsteller über Wahrscheinlichkeitsrechnung zuerst wieder be-gegnen. 1651 veröffentlichte Huygens Theoremata de quadraturahijperbol.es, ellipsis et circuli ex dato portionum gravitatis centro, inwelchem er sich auf De la Faille’s Standpunkt stellte, wonach ausdem Schwerpunkt einer Figur deren Flächeninhalt abgeleitet werdenkönne (S. 637). Zugleich versprach er eine Widerlegung von Gregorius,und diese fand ihren Platz in der kleinen Abhandlung ’E^itaGig Cyclo-metriae clarissimi Gregorii a. S. Vincmtio. Sie war gegen die ersteim Opus geometricum empfohlene Methode gerichtet und wies derenHinfälligkeit nach. Schon diese Abhandlung erwarb ihrem jungenVerfasser laute Anerkennung, noch lauter durch den Widerhall desimmer lebhafter werdenden Streites.
Neue Schriften für und gegen Gregorius wechselten anhaltend.Für ihn trat 1653 Aloysius Kinner von Löwenthurm 2 ) ausPrag mit seiner Elucidatio geometrica pröblematis austriaci, sive Qua-dratur ae circuli feliciter tandem detedae per li. P. Gregorium a. Sto.
') Allgem. deutsche Biographie XIII, 480—486. — Vergl. auch den Brief-wechsel von Huygens in den vier ersten Bänden der grossen Ausgabe: Oeuvrescompletes de Christiaan Huygens puibliees par la societe Hollandaise des Sciences1888 flgg. Die Schreibweise Huj gens dürfte vor der gleichfalls verkommendenHuyghens den Vorzug verdienen. *) Quätelet pag. 218.