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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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Roberval. Torricelli.

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gekannt zu haben. Dagegen war ihm die sogenannte gedehnte oderverlängerte und ebenso die sogenannte verkürzte Cycloide bekannt,und er lehrte ihre Berührungslinien finden.

Endlich ist es auch Roberval gewesen, welcher die Kubaturder beiden Umdrehungskörper der Cycloide vollbrachte, des-jenigen bei welchem die Grundlinie, und desjenigen bei welchem diemittlere grösste Ordinate Umdrehungsaxe ist. Diese Untersuchungensind ebenso wie die Rectification der Cycloide in der von unsschon angeführten Abhandlung De Trochoide ejttsque spatio enthalten.Roberval will alle diese Dinge zwischen 1635 ■und 1640 entdeckt undmit Ausnahme der Rectification kein Gelieimniss aus ihnen gemachthaben. Mittheilungen seien in seinen Vorlesungen, in gelehrten Zu-sammenkünften, im Privatverkehr mit gelehrten Freunden gemachtworden. * 4 ) Die von ihm einzig verschwiegen gehaltene Rectificationhabe viele Jahre später ein geschickter Engländer ebenfalls zu Wegegebracht. 2 )

So Robervals Darstellung, und, wenn man ihr vollen Glaubenbeimessen dürfte, hätte Roberval eigentlich die ganze höhere Curven-lehre geschaffen. Cavalieri veröffentlichte zwar die Indivisibilien,die er längst kannte, Wren die Länge der Cycloide, die ihm nichtentgangen war, unbewusste Aneignungen dessen, was ihm gehörte;ein Schriftsteller dagegen habe sich offenen Raubes an ihm schuldiggemacht, und dieser sei Torricelli.

Pascal, der Sohn des nahen Freundes Robervals, machte sicheinfach zum Sprachrohre dieses schweren Vorwurfes, 3 ) und, was dieGehässigkeit des Angriffes noch steigert, er that es im November1658, also 11 Jahre nach Torricelli’s Tod, und das war derselbe Pas-cal, dessen physikalische Erfolge auf die Erfindung des Barometersdurch Torricelli sich gründeten, derselbe Pascal, der die Grösse desitalienischen Gelehrten noch 1651 in einem Briefe an Herrn von Ri-beyre ganz und voll anerkannte. 4 ) Wir müssen Zusehen, welchesVerbrechen Torricelli eigentlich begangen haben soll, und ob wir eseinem Manne von derjenigen geistigen Bedeutung, die wir (S. 640)an Torricelli kennen gelernt haben, Zutrauen dürfen.

Torricelli gab 1644 ein mathematisches Sammelwerk, OperaGeometrica, heraus. 5 ) Dasselbe beginnt mit zwei Büchern De solidissphaeralibus , dann folgen zwei Bücher De motu und hierauf De di-mensione parabolae und De solido hyperbolico cum Appendicibus deCycloide et Cochlea. Im 18. Satze des 1. Buches De motu stellt sichTorricelli die Aufgabe, eine Berührungslinie an einen Punkt der Pa-

’) Mem. Arad. Sei. VI, 342. 2 ) Ebenda VI, 344. 3 ) Pascal III , 338—339.

4 ) Ebenda III, 76—77. r >) Jacoli, Evangelista Torricelli ed il metodo delle

tätigend detto metodo del Boberval im Bulletino Boncompagni XII, 265—304.