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Kapitel LXI.
er im Einzelnen Gegenstand unseres Berichtes war, noch einmal zu-saminenfassend als Vertreter einer Mathematik auf der Pyrenäenhalb-insel schildern wollte. Gleichmässiger ist und gestattet eher eine Zu-sammenfassung, was wir im LX. Kapitel erörtert haben. Die Leistungender Männer, welche an den deutschen Universitäten Wien, Leipzig ,Ingolstadt, Basel, Tübingen, Heidelberg, Wittenberg , Löwen dieStellung eines Professors einnalnnen, kommen darauf hinaus, dass dasRechnen sich entwickelte, dass die veraltete Verdoppelung undHalbierung mit immer bewusster werdender Verachtung entferntwurden, dass das Dividieren unterwärts auftauchte, dass ein Rechnenmit Dezimalbrüchen sich anbahnte, dass die sogenannte wälschePraktik Allgemeingut zu werden begann. Algebraische Aufgabenkonnten durch die Goss beantwortet werden, neben welcher (odersollen wir sagen vor welcher?) auch die Regeln des einfachen wiedes doppelten falschen Ansatzes geübt wurden. Geometrie war nochimmer ein ziemlich vernachlässigter Zweig der Wissenschaft, anwelchem eigene neue Triebe sich nicht zeigten. Trigonometrischeshaben wir nur bei Apianus und bei Gemma zu erwähnen gehabt,allerdings in einer Weise, die beiden Männern alle Ehre machte.
Kapitel LXI.
Deutsche Rechenmeister und Cossisten ausserhalb derUniversitäten.
Wir reden nunmehr von solchen Verfassern von Rechenbüchern,welche nicht an Universitäten thätig waren. Dass derartige Schriftenin einer Anzahl vorhanden waren, welche fast eher die Anwendungdes Wortes Unzahl gestattet, haben wir berührt (S. 375). Eines dieserWerke, welches einen encyklopädischen Inhalt besitzend, ein Spiegel-bild jeglicher Schriften für wissenschaftlichen Selbstunterricht amBeginne des XVI. Jahrhunderts in Deutschland darbietet, ist die Mar-garithaphilosophica des Karthäuserpriors Gregor Reisch. 1 )Der Verfasser ist in Balingen in Württemberg geboren. Er studierteseit 1487 in Ereiburg und erwarb dort die akademischen Grade einesBaccalaureus und eines Magisters. Dann trat er dem Karthäuser-orden bei, in welchem er zu hohem Ansehen gelangte. Als Prior desFreiburger Karthäuserklosters starb er 1523. Die Margaritha philo-sophica ist zuerst 1503 gedruckt, 2 ) weitere Ausgaben folgten, wovon
*) Allgemeine deutsche Biographie XXVIII, 117, Artikel von Prantl. —Hartfelder in der Zeitschrift für Geschichte des Oberrbeins Nr. 5, V. 2, S. 170bis 200. 2 ) Die Unrichtigkeit der Behauptung, es gäbe auch schon eine Aus-
gabe von 1496, hat Hartfelder 1. c. dargethan.