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93. Kapitel.
deto für Halley nur einen Reiz mehr, sich an eine Apollonius-ausgabe zu wagen. In griechischer Sprache sind bekanntlich nurdie vier ersten Bücher der Kegelschnitte erhalten. Vom 5., 0. und
7. Buche ist eine arabische Uebersetzung auf die Neuzeit gekommen.Das 8. Buch ist ganz verloren und dessen Inhalt aus leisen Andeu-tungen bei Pappus kaum zu errathen. Ganz ähnlich verhält es sichmit den sogenannten kleineren Schriften des Apollonius . Für diemeisten stehen nur kurze Andeutungen bei Pappus zu Gebote, diezwei Bücher vom Verhältnisssehnitt sind in einer arabischen Ueber-setzung in einer Handschrift der Bodlejanischen Bibliothek in Oxford vorhanden und waren als solche von Bernard erkannt worden. Füreine Herausgabe des Apollonius oder auch nur von dessen Kegel-schnitten war somit die Kenntniss der arabischen Sprache erstes undunerlässliches Erforderniss, Halley aber war diese Sprache durchausfremd. Edward Bernard hatte, wie wir sagten, in einem BodlejanischenCodex die arabische Uebersetzung der beiden Bücher vom Verliältniss-sclmitte erkannt und hatte etwa ihren zehnten Theil in’s Lateinischeübertragen, als der Tod ihn wegraffte. Die begonnene Arbeit Bernard’sbildete für Halley zugleich Wörterbuch und Sprachlehre des Arabischen.Er bediente sich ihrer mit solchem Erfolge, dass es ihm nachmalsgelang, Verbesserungsvorschläge zu sehr verdorbenen arabischen Textenzu wagen, welche die Bewunderung von geschulten Orientalisten er-regten. Schon 170G erschien in Oxford gewissermassen als FühlerHalley’s lateinische Uebersetzung des Verhältnissschnittes, De sectionerationis, nebst einer kurzen Wiederherstellung der verloren gegangenenSchrift vom Raumschnitte, De sectione spatii. Im Jahre 1710 HessHalley alsdann ebendort die Kegelschnitte des Apollonius nachfolgen.So weit ein griechischer Text vorhanden war, ist er mit gegenüber-stehender lateinischer Uebersetzung abgedruckt. Für das 5., 0 7. Buchist die lateinische Uebersetzung aus dem Arabischen mitgetheilt. Das
8. Buch hat Halley versucht selbständig in lateinischer Sprache wieder-herzustellen. Ueberdie.s ist der Ausgabe der Commentar des Eutokiuszu den Kegelschnitten in griechischer und lateinischer Sprache bei-gegeben, sowie auch die Bücher des Serenus über die Schnitte desCylinders und des Kegels. Halley hegte ursprünglich den Wunsch,sich zur Besorgung dieser Ausgabe mit David Gregory zu vereinigen,welcher die Durchsicht der griechischen Texte nebst deren Ueber-setzung übernehmen sollte. Nach Gregory’s Tod fiel die ganze Lastauf Halley’s Schultern.
Ein Herausgeber ausserordentlich viel späterer Schriften warMichael Gottlieb Hansch 1 ) (1683—1749). Ein Pfarrerssohn aus
’) Allgemeine deutsche Biographie X, ö27—528. Artikel von Th. Hirsch.