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Dritter Band. Von 1668-1758. Erster Teilband. Von 1668-1726.
Entstehung
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96. Kapitel.

Differentialrechnung nicht angehörenden Beispiele zeigen zu können,was aus einer zweckmässig gewählten Bezeichnung sich alles folgernlässt. Er hat es gezeigt, und nicht bloss den englischen Zeitgenossen,denen, Newton mit eingeschlossen, das richtige Verständniss für dieWichtigkeit der Form durchweg abging.

Zu den Anwendungen der Combinatorik, welche einen ganz be-sonderen Beiz auszuüben vermögen, gehört die Wahrscheinlich-keitsrechnung. Haben wir im 84. Kapitel Bearbeitungen desjenigenTheiles ihres Gebietes kennen gelernt, der mit dem Lehen der Men-schen, ihren Geburten und Todesfällen in Zusammenhang steht, sokehrte man jetzt zunächst zu den Aufgaben zurück, welche, wie wiraus dem 75. Kapitel wissen, jene Rechnung hatten entstehen lassen.

Ganz vergessen waren die Untersuchungen über Glücksspiele nie.Im Journal des S^-avans von 1070 hatte Josef Sauveur 1 ) (1653—171b) sich mit den damals häufigsten Glückspielen beschäftigt, aberseine Rechnungen waren vielfach mit Irrthümern behaftet, und deshalbdurften wir sie im 84. Kapitel mit Stillschweigen übergehen. Vonviel grösserem Werthe war eine 1708 gedruckte besondere SchriftEssai d’anahjae mir le.s jeux (Je Hazard, welche ohne Namen einesVerfassers erschien, aber von Pierre Remond de Montmort (16781710) herrührt. Dieser Schriftsteller 2 ), dessen Name uns wiederholtbegegnet ist, war eine Zeit lang Domherr zu Nötre Dame in Paris ,gab aber diese Stellung, welche er eigentlich nur angenommen hatte,weil sein Bruder ihrer überdrüssig war, deren Pflichten er aber dannmit gewissenhafter Strenge erfüllte, wieder auf, um sich zu ver-heirathen. Er zog nach einer Besitzung Montmort, von welcher erden Beinamen annahm, unter welchem er viel bekannter ist, als unterdem wirklichen Familiennamen Remond. Er arbeitete längere Zeitmit Francois Nicole zusammen. Ein anderer Mitarbeiter warNielaus I. Bernoulli, welcher 1713 drei Monate auf dem GuteMontmort verweilte 3 ). Diese gemeinsam verbrachte Arbeitszeit undein vorausgegangener Briefwechsel beeinflussten wesentlich die zweiteAuflage des De Montmort'schen Essai d’analyse, auf welche wir nochzurückkommen. Der ersten Ausgabe entnehmen wir nur wenige derVorrede angehörende Bemerkungen. Die Vergangenheit, heisst es dortauf S. VI, entscheidet nichts für die Zukunft. Zufall, heisst es weiterauf S. XIV, nennen wir den Eintritt einer Thatsache aus uns unbe-kannten Gründen. Der Verfasser kennt an Vorarbeiten die SchriftPascal’s über das arithmetische Dreieck, welche hei dessen Tod 1662

*) llistoire de VAcademie des Sciences 1716, pap. 82. *) Ebenda 171!)

pap. 83—93. ®) Niclaus Bernoulli schrieb unter dem 7. April 1713 an

Leibniz (Leibniz III, 982;, er komme prade von Montmort nach Paris zurück.