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Dritter Band. Von 1668-1758. Erster Teilband. Von 1668-1726.
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99. Kapitel.

lluvgens Ausstellungen gemacht-, und Johann Bernoulli unter-nahm in den A. E. vom Juni 1715 Huygens’ Vertheidigung 1 ). Ergeht dabei mit l’arent nichts weniger als glimpflich um. Er nenntihn einen Menschen, dessen Lebenszweck zu sein scheine Andere zurupfen 2 ). Wir glauben kaum, dass Johann Bernoulli , der über seingeistiges Eigenthum mit peinlicher Sorgfalt Wachende, die Gelegen-heit hätte Vorbeigehen lassen, Tarent auch als Sünder an seinenKaumcoordinaten hinzustellen, wenn er irgend Veranlassung dazu ge-habt hätte. Wir geben allerdings zu, dass dieser Beweis hinfälligwürde, wenn Johann Bernoulli jenes Sammelwerk der Essais etRecherehes nicht gekannt hätte, als er so beleidigend über Tarent sich iiusserte. Ist das aber anzunehmen'? Am 11. September 1715hat Bernoulli die Essais et Recherches jedenfalls gekannt, denn unterdiesem Datum schrieb er an Leibniz 3 ), Tarent suche Streit mit be-rühmten Gegnern und habe in den Essais et Recherches auch ihn(Leibniz ) angegriffen. Dazu kommt noch Eines. Wieder 1715 undzwar am 6. Februar schrieb Johann Bernoulli an Leibniz ' 1 ): Ich ver-stehe unter einer gegebenen krummen Oberfläche eine solche, dereneinzelne Tunkte, wie die Tunkte einer gegebenen Curve, durch drei(Koordinaten x, y, g bestimmt sind, zwischen welchen durch eine Glei-chung ausgedrückte Beziehungen bestehen. Jene drei Coordinatensind aber nichts Anderes, als senkrechte Gerade aus irgend einemOberflächenpunkte auf drei der Lage nach gegebene und unter ein-ander senkrechte Ebenen. Als Beispiel wird xyz — « 3 genannt. Dasklingt nicht, als wenn von allgemein bekannten Dingen die Redewäre. W enn dann Leibniz antwortete 5 ), er habe ehemals angefangen,an die Lehre von Ortsgleichungen mit drei Coordinaten heranzutreten;wer darauf Mühe verwende, werde leisten, was der Arbeit lohne, sosehen wir auch in dieser Antwort nur so viel, dass der Gegenstanddamals in der Luft lag. Tarent’s Erstlingsrechte erscheinen uns davonnicht berührt.

Der nächste Schriftsteller, mit welchem wir es zu thun haben,Jacob Le Toi vre 6 ), ist wahrscheinlich in Mons in Belgien geboren,jedenfalls im December 1710 dort gestorben, wo er als städtischerBauaufseher seit 1706 angestellt war. Im Jahre 1704 erschien vonihm in Baris ein wenige Bogen starkes Büchelchen Tratte des sedionsdu cylindrc et du cone considerees dans le solide et dans le plan avecdes demonstrations simjdes et nouvcllcs. Eine zweite Auflage erschien

*) Job. Bernoulli Opera II, 187—204. s ) homo ad carpendum, uti vi-detur, natus. 3 ) Leibniz III, 046. 4 ) Ebenda III, 938. 6 ) Ebenda III, 939.

6 ) Chasles, Apergu hist. 130—134 (deutsch 126—130). — Quetelet, llistoire desSciences mathematifpies et physigues chez les Helges pag. 271—273.