Analytische Geometrie 1748—1750. Gramer.
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Cramer’s dickem Bande von dem Zwischenräume zwischen dem Er-scheinen beider Werke in Abzug bringt, ein Manuscript wie dasCramer’sche herzustellen, beziehungsweise unter Zuhilfeziehung einesneu erschienenen Werkes ganz umzuarbeiten. Euler’s Erstlingsrechtauf gemeinschaftliche Entdeckungen bleibt natürlich unangetastet, aberCramer’s Unabhängigkeit im Allgemeinen, abgesehen von kleinen Ein-schaltungen, deren Vorhandensein die von Cramer gebrauchte Rede-wendung gar nicht ausschliesst, ist anzuerkennen.
Wir haben gelegentlich (S. 511) ein im Jahre 1750 erschienenesBuch des Abbe De la Chapelle über Kegelschnitte genannt undvon dessen rascher Beliebtheit gesprochen. Wir haben gegen-wärtig, wo wir das Buch um seines Gegenstandes willen abermalsnennen müssen, unserer früheren Kennzeichnung nichts hinzuzufügen.De la Chapelle unterschied in seiner Vorrede zum Tratte des srdionseoniques erfindende Mathematiker von solchen, die es verstehen, Er-findungen angenehm und leicht vorzutragen. Er beansjjrucht nureinen Platz unter den Letzteren, und den darf die Geschichte ihmgönnen.
In gleicher Kürze mögen die Institutionen tjcometriac sublimiorisvon Georg Wolfgang Krafft erwähnt werden, deren wir auchschon (S. 485 ) gedachten. Das als I. Band bezeichnete Buch kündetin der vom 5. April 1753 datirten Vorrede eine Fortsetzung an,welche man allerdings nicht gar bald erwarten dürfe. Wäre dieseerschienen, was bei dem 1.754 eingetretenen Tode des Verfassers un-möglich wurde, so hätte sie vielleicht sich mit höheren Curven be-schäftigt und dem Namen des Werkes mehr entsprochen, als derI. Band, der es nur mit Kegelschnitten und dem Kreise zu tliun hat,und der ein Interesse fast ausschliesslich durch die zahlreichen ge-schichtlichen Angaben verdient, um derenwillen wir das Werk im101. Kapitel nannten. Wir fügen hier noch hei, dass die geschicht-lichen Angaben bis auf die Druckzeit hinabgreifen, und dass z. B.mehrere angenäherte Rectificationen des Kreises aus der ersten Hälftedes XVIII. Jahrhunderts dort Platz gefunden haben.
Noch rascher müssen wir an zwei Schriften vorübergehen, welchewir nur aus zweiter Quelle erwähnen können. Der MinoritenpaterFranyois Jacquier 1 ) (1711—1788), aus Vitri-le-Franyais, der inRom lebte und lehrte, gab dort 1755 Elemente der Perspective nachTaylor’s Grundgedanken bearbeitet heraus. In Form eines Anhangessoll dort die perspectivische Erzeugung aller Curven 3 ten Grades vonden fünf divergirenden Parabeln aus behandelt sein.