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Abschnitt XIX.
genialen wie abstrusen Lord Napier, über dessen eigenartige Auf-fassung der Logarithmen in diesem Werk 1 ) eingehend berichtet worden ist.
In gewissem Sinne darf hierher wohl auch gerechnet werden: dieHerausgabe nachgelassener Schriften hervorragender Zeitgenossen. Das„historische Jahrhundert“ hat es nicht an sich fehlen lassen, auchnach der uns hier angehenden Seite hin sich seines Namens würdigzu erweisen, denn daß derartige Sammlungen unter Umständen demspäteren Erforscher der geschichtlichen Zusammenhänge noch bedeut-samere Dienste leisten können, als bloße Berichterstattung, wird nichtbezweifelt werden können. Der Physiker Lichtenberg brachte einenTeil der von einem berühmten Göttinger Amtsgenossen hinterlassenenAbhandlungen an das Licht 2 ). Ebenfalls in Göttingen erschienen unterder Obsorge von Wrisberg die großenteils noch ungedruckten Ar-beiten 3 ) des polyhistorisch veranlagten Arztes J. G. Brendel (1112 bis1758), die auch in mathematischer Beziehung gar nicht belanglossind 4 ). Endlich wollen wir auch noch kurz die mathematische Uber-setzungstätigkeit registrieren, die wir in Michelsen 5 ) und Bul-garis 6 ) verkörpert finden.
Nunmehr sollen uns die geschichtlichen Untersuchungen über diemathematische Entwicklung in einzelnen Ländern noch kurz beschäf-tigen. Das Land Baden hat sich der Meteorologe J. L. Boeckmann(1741—1802) für eine solche Darstellung 7 ) ausersehen; man wird sichnicht wundern, daß darin die Dinge, welche man ehemals als ange-wandte Mathematik zusammenzufassen liebte, weitaus überwiegen. Ausetwas früherer Zeit liegt F. J. Bucks (1722—1786) ganz brauchbareCharakteristik der hier in Frage kommenden Mathematiker Altpreußensvor 8 ). Viele Daten, die sonst schwer zu erlangen sind, vereinigteSt. Wvdra (1741—1804) in seiner Geschichte der Schicksale, welche
*) Diese Vorlesungen IP, S. 730ff. s ) Tob. Mayeri opera inedita, ed. G-. Ch.Lichtenberg, Göttingen 1774. *) .Toh. Gottfr. Brendelii opera mathematici et
medici argumenti ed. H. A. Wrisberg, Göttingen 17G9—1775. *) Betretfs der
Verwendung, welcher ein von Brendel in die Wissenschaft eingeführtes Prinzipfähig ist, vgl. Günther, Parabolische Logarithmen und parabolische Trigono-metrie, eine vergleichende Untersuchung, Leipzig 1832. 6 ) Man hat von J. A.
C. Michelsen (diese Vorlesungen IIP, S. 700, S. 749) deutsche Ausgaben Euler-scher Werke iEinleitung in die Analysis des L’nendlichen, Berlin 1788—1792;Differentialrechnung, ebenda 1790—1793; Theorie der Gleichungen nach Euler und Lagrange, ebenda 1793). 6 ) Eugenios Bulgaris, dessen Personalver-
hältnisse anscheinend im Dunklen gehlieben sind, übertrug in seine griechischeMuttersprache u. a. Segners „Elementa arithmeticae et geometriae“ ^Leipzig 1793) und Schriften des Engländers Whiston (diese Vorlesungen IIP. S. 377,394). 7 ) J. L. Boeckmann, Beiträge zur Geschichte der Mathematik und Natur-kunde in Baden, Karlsruhe 1787. ®) Buck, Leben der verstorbenen preußischen