Band 
Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
Entstehung
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29
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Geschichte d. Mathematik in selbst. Werken, monograph. Arbeiten usw. 29

Mit Umsicht und mit erfolgreichem Streben nach Vollständigkeit hatReimer so ziemlich alles zusammengebracht, was sich auf die ange-näherte Darstellung von V 2 mittels mechanischer Hilfsmittel odermittels Kurvenkonstruktion bezieht. Einen recht brauchbaren Beitragzur Geschichte der krummen Linien bietet auch eine Preisschrift 1 )von J. 11. M. Poppe (17761854), welche allerdings nur die Ver-wertung dieser Gebilde für praktische Zwecke sich zum Ziele gesetzthat, dabei aber natürlich doch nicht umhin kann, auch der Wissen-schaft als solcher ziemlich umfassend Rechnung zu tragen. Eine

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musterhafte Lösung der Aufgabe, mit modernen Hilfsmitteln in denschwer verständlichen Sinn des Gedankenganges eines älteren Schrift-stellers einzudringen, stellt sich uns dar in v. Pfleiderers 2 ) Erläu-terung der von Kepler in derStereometria doliorum (diese Vor-lesungen II, S. 750 ff., S. 774 ffj vorgenommenen, verwickelten Kuba-turen.

Nicht wenige und teilweise auch bedeutende Arbeiten brachteunser Zeitraum auf dem Felde der Geschichte der Mechanik, der theo-retischen sowohl wie nicht minder der praktischen. Es ist bekannt,daß J. L. Lagrange (17361813) jedem Kapitel seines HauptwerkesMecanique analytique fl. Auf!., Paris 1788), aber auch jeder seinerAbhandlungen geschichtliche Einleitungen voranschickte, die zu demBesten gehören, was hierin geleistet worden ist. Obwohl A. Bürja(17521816) nicht bloß diese Disziplin, sondern auch die reine Mathe-matik im Auge hatte, als er das Mathematische bei Aristoteles einerkritischen Besprechung unterzog 3 ), so spielt doch bei ihm die Mechanik,die immerhin auf den Stagiriten als den ersten Systematiker des Alter-tums zurückgeht, die Hauptrolle 4 ). Von des Göttinger NaturphilosophenS. C. Hollmann (16961787) Versuche über die Massenanziehung 5 )wollen wir nur im Vorübergehen sprechen; weit mehr leisteten für dieselbst nach 100 Jahren noch nicht zum Gemeingute der Gelehrtenweltgewordenen klassischen Werke Newtons und deren Verbreitung der

1844. Dagegen ist es bei der Seltenheit der erstgenannten Schrift erfreulich,daß 0. Terquem einen alles Notwendige enthaltenden Auszug aus ihr in dievon ihm herausgegebene Zeitschrift (Bulletin de bibliogr. et d'hist. des mathema-tiques, II, S. 20tf.) aufgeuoinmen hat.

*) Poppe, Geschichte der Anwendung der Kreis- und anderen krummen Linienin den mechanischen Künsten und in der Baukunst bis auf Descartes , Göttingen 1800. * *) v. Pfleiderer , Kepleri methodus solida quaedam sua dimetiendi illu-

strata etc. Tübingen 1795. *) Bürja, Sur les connaissances inathematiques d'Ari-

stote, I, II, Mein, de l'Acad. de Berlin , 17901791, S. 257 tf., 266tF. 4 ) Diese Vor-lesungen P, S. 240ff. Vgl. auch Poselger-Rühlmann, Aristoteles MechanischeProbleme, Hannover 1881. 6 ) Hollmann, De attractionis historia, Comm. Soc.

Gott., 1795, S. 271«.