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Abschnitt XX.
zu Venedig eine lateinische Ausgabe dieser Lectiones „ad quintameditionein Parisinam denuo exactae a C. S. e S. J.“ (= CaroloScherffer, S. J.) herausgegeben. Ausgaben in italienischer Spracheerschienen in Neapel 1761 und 1776 1 ), in Venedig 1775 und 1796als eine Bearbeitung von lluggero Giuseppe Boscovich, in Florenz 1781, 1782, 1787, 1791, 1796 und noch später. Selten hat ein aus-ländisches Werk größere Gunst genossen als La Caille in Italien .
Daß Spanien und Portugal in engerem intellektuellen Verkehrmit Italien und anderen Ländern als mit Frankreich standen, ersiehtman aus der Mathematik. Zum Beispiel im Lesen der Zahlen findetdie französische Definition der billion und trillion keine Gunst.Nur ee<ren Ende des Jahrhunderts findet man Spuren französischen Fbnflusses. Ich habe nur einen spanischen 2 ) und einen portugiesi-schen 3 ) Schriftsteller vorgefunden, welche im Zahlenlesen die drei-zifferigen Perioden wählen.
Das im 18. Jahrhundert hervorragendste unter den älteren spani-schen Rechenbüchern ist die Aritinetica practica y especulativevon Juan Perez de Mova, einem Mathematiker des 1(5. Jahrhunderts.Die 13. und 14. Auflage dieses Werkes erschienen zu Madrid 1776und 1784. Die 13. Auflage ist mit der zu Salamanca 1562 heraus-gegebenen Wort für Wort identisch. Das Werk ist ein Beispiel derlangen Lebensdauer, welche manche arithmetische Schriften genossenhaben.
Unter den neueren Rechenbüchern ist die Arismetica paranegociantes von Don Benito Bails, Madrid 1790, nennenswert.Don Bails wurde 1743 zu Barcelona geboren, war Lehrer derMathematik an der Akademie von San Fernando und Mitglied derAkademie der W issenschaften und Künste zu Barcelona . Sein be-deutendstes mathematisches Werk sind die Principios de mate-matica, deren zweite Auflage 1788 zu Madrid erschien. SeineWerke scheinen in Mexiko Eingang gefunden zu haben, denn 1839wurden in der Stadt Mexiko die Principios de arismetica vonD. Benito Bails gedruckt. Bails war auch als Komponist bekannt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts findet man in Portugal größeremathematische Tätigkeit als in Spanien . Im Jahre 1772 wurde an derUniversität in Coimbra durch die Tätigkeit von Jose Monteiro daRoche (1735—1819) und Jose Anastacio da Cunha (1744 bis1787 ?) neues Leben in den mathematischen Unterricht gebracht 4 ).
*) Bullettino Boncompagni, Tomo V, Roma 1872, p. 278—293.
*) Juan Gerard, Tratado completo de aritmetica, Madrid 1798. s ) Jose
Anastacio da Cunha, Principios Mathematicos, Lisboa 1790. 4 ) R. Gui-
maräes, Les mathematiques en Portugal au XIX e sifecle. Coimbre 1900.