Band 
Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
Entstehung
Seite
55
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Arithmetik.

OO

Diese hing mit der Gesellschaft nicht weiter zusammen, als daß derHerausgeber ihr angehörte und daß andere Mitglieder sich anfangsfür die Schrift interessierten. Reimer begründet das Aufhören derWochenschrift im Jahre 1769 mit dem mangelnden Interesse vielerMitglieder. Diese Wochenschrift ist unseres Wissens die zweite eie-meutar-mathematische Zeitschrift in der Welt. Nur OostwoudsMonatsschrift war früher erschienen.

Die Wochenschrift war teils in deutscher, teils in holländischerSprache abgefaßt und enthielt Aufgaben und deren Auflösungeil.Diese waren durchweg sehr elementar, und meistens der Algebra, aberauch der rechnenden Geometrie sowie der Astronomie entnommen.Äußerst wenige waren originell. Die meisten sind aus Paul HalckesSinnenconfect iBd. IIP, S. 412) abgeschrieben. Anderes ist ähn-lichen Werken entliehen.

Die Hamburger Gesellschaft hatte mehr auswärtige Mitgliederals einheimische. Im Jahre 1760 gab es neben 5 einheimischen 20auswärtige Mitglieder. Im Jahre 1790 war die Zahl der auswärtigenauf 32 gewachsen, welche von Regensburg bis Stockholm und vonPrag bis Amsterdam zerstreut waren. Von diesen waren 23 Holländer.Nach 1790 nahm letztere Zahl schnell ab, was einerseits den da-maligen Kriegsunruhen und andererseits der 1778 erfolgten Gründungder Mathematischen Gesellschaft in Amsterdam zuzuschrei-ben ist 1 ).

Die Arithmetik des Leontius Philippovisth Magnitzky(1669—1739) war beinahe das einzige Rechenbuch, welches währendder ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in russischen Schulen ge-braucht wurde 8 ). Es erschien 1703 und enthielt auch einiges überAlgebra und Geometrie. Während der Blütezeit des Regelrechnensgeschrieben, machte es keine Ansprüche an die Denkkraft der Schüler.In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde es allmählich vonanderen Werken verdrängt. In der ersten Hälfte war das Gymnasiumder Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg der einzige Ort,wo neue Ideen über den Rechenunterricht aufblühten. Dort wurde1740 die Adodouroffsche Übersetzung des ersten Teiles von Leon-hard Eulers Einjeitung zur Rechen-Kunst, zum Gebrauchdes Gymnasii bey der Kayserlichen Academie der Wissen-schaften in Saint-Petersburg (erster Teil 1738; zweiter Teil

J ) Festsckr., S. 47, 48. *) V. V. Bobynin, „L’Enseignement mathematique

en Russie“ in L'Enseignement Mathematique (C. A. Laisant et H. Fehl - , Direc-teurs;, l iie annee, 1889, p. 81. Unsere Angaben über die Rechenkunst und Al-gebra in Rußland sind dieser Arbeit und der Russkaia Fiziko-Matematiches-kaia Bibliografiia, sostavil Y. V. Bobynin 1886—1900 entnommen.