Raumkurven und Flächen.
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führt er — die Schnürbrust an. Er polemisiert dann gegen Lam-bert, der für die Inhaltsberechnung der Fässer eine bloß angenähertrichtige Formel angebe 1 ), und bemerkt, daß bei „unrichtiger Verwal-tung dieses Verfahrens (d. h. der Berechnung des Faßinhalts) jederleidet, der nicht bloß Wassertrinker ist“.
Und nun kommen wir zu dem Werk, das unstreitig unter allenbisher besprochenen den ersten Rang einnimmt, nämlich Monges„Feuilles d’Analyse“. Der volle Titel lautet: Feuilles d’Analyse appliqueeä la Geometrie ä l’usage de l’Ecole Polyteehnique, publiees la premiereannee de cette ecole (an 3 de la Republique), Paris . Das Exemplar,nach dem ich berichte 2 ), trägt die Zeitangabe: Thermidor, an 9, istalso sechs Jahre später gedruckt. Wie der Titel besagt, ist das Werkkein systematisches Lehrbuch, sondern besteht aus losen Blättern (dasmir zu Gebote stehende Exemplar ist nicht einmal paginiert), hervor-gegangen teils aus Monges Vorlesungen an der polytechnischenSchule, teils aus früher erschienenen Abhandlungen, die nun hier ge-sammelt der Öffentlichkeit übergeben werden. Aber diese Blätterenthalten eine Fülle hochbedeutsamer Gedanken und Entdeckungenin einer geistvollen, durchweg originalen Darstellungsweise, bewun-dernswert in erster Linie durch das phänomenale räumliche Anschau-ungsvermögen, das dein „Vater der darstellenden Geometrie“ zu Gebotestand; man hat den Eindruck, daß die Geraden und Ebenen, dieKurven und Flächen, um die es sich handelt, mit geradezu greifbarerDeutlichkeit vor Monges geistigem Auge standen; dazu kommt diefast verblüffende Sicherheit, mit der die analytischen Hilfsmittel auseinem vorher noch wenig bearbeiteten Gebiet, der Theorie der par-tiellen Differentialgleichungen, auf die Raumgebilde und deren Ele-mente angewendet werden, wobei umgekehrt jene Theorien durchdiese räumliche Interpretation eine wesentliche Förderung und Ver-anschaulichung erfahren. Fügen wir noch hinzu die Eleganz derEntwicklungen, die sich von umständlichen Rechnungen fast ganzfernhalten, so haben wir wenigstens die Hauptvorzüge des hervor-ragenden Werkes genannt. Freilich macht die oft überraschendeOriginalität von Monges Gedankengang das Studium des Werksnicht gerade leicht, aber der Leser wird durch die Früchte diesesStudiums für die gehabte Mühe reichlich entschädigt. — Versuchenwir in möglichster Kürze eine Vorstellung von dem reichen Inhaltzu geben.
Die drei ersten Nummern enthalten so ziemlich die ganze ana-