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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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Abschnitt XXV.

Objekt in gleicher Weise von dem anderen entfernt ist, wird es um“ kleiner sein, und also von Grad zu Grad durch gleichen Abstand

allezeit eine proportionale Verminderung statthaben.“ Ist es nunnicht überraschend, daß man diese empirische Bemerkung durcheinfache geometrische Überlegungen als vollkommen richtig beweisenkann? 1 )

Von einem letzten berühmten Maler müssen wir noch sprechen:von Alb recht Dürer, dessen geometrische Werke schon gründlichstudiert wurden (II 2 , S. 459—468) 2 ). Darin findet man viele diePerspektive betreffende Stellen (sie wurden wahrscheinlich von Pietrodei Franceschi inspiriert) und die Beschreibung eines neuen undzwar des ältesten Apparates, um eine Perspektive mechanisch zuzeichnen. Ist das etwa hinreichend, um schließen zu können, daßDürer „die erste darstellende Geometrie in deutscher Sprache ge-schrieben hat“? 3 ). Oder ist es nötig und genügt es, um zu dieserFolgerung zu kommen, die zahlreichen deutschen Werke anzuführen 4 ),welche von Dürers Werk inspiriert wurden und es zum Modellnahmen ?

Aus den Händen der Künstler ist die Perspektive in die derMathematiker übergegangeu infolge einer der vornehmsten Arbeitendes Federico Commandino (II 2 , S. 553) 5 ). Es ist der Band desberühmten Kommentators, welcher die Überschrift trägt: „PtolemaeiPlanisphaerium, Jordani Planisphaerium, Federici Commandini Urbi-natis in Planisphaerium commentarius, in quo universa scenographicesratio quam brevissima traditur ac demonstrationibus eonfirmatur“(Venetiis 1558). Das Werk von Ptolemäus , um welches es sichhier handelt, enthält bekanntlich die Grundzüge der sogenannten„stereographischen Projektion“; das Buch von Jordanus Xemorariusbehandelt dasselbe Thema ausführlicher. Der Kommentar Comman-dinos ist ein kurzer Traktat über die Linearperspektive, welcher zudem Zweck geschrieben wurde, die Prinzipien festzustellen, welcheder große griechische Astronom als Grundlagen seiner Projektions-methode gewählt hat. Um diesen Zweck zu erreichen, setzt Com-mandino voraus, daß die betrachteten Figuren auf zwei zueinanderorthogonale Ebenen bezogen werden (eine horizontale und eine verti-

’) Lambert, „Die freye Perspective“, II. Aufl., II. Bd., S. 17- *) Vgl. auch

Günther, a. a. 0., S. 354—370. *) Gerhardt, „Geschichte der Mathematik

in Deutschland“ (München 1877), S. 25. 4 ) Kästner, „Geschichte der Mathe-

matik“, II. Bd., Göttingen 1797, S. 9ff. s ) Man sehe auch: Tiraboschi , „Storiadella letteratura italiana“, Vol.VII, Venezia 1796, p. 479—481; Libri , „Histoiredes sc. math. en Italie“, t. III, p. 118.