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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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581
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Die Perspektive vom Mittelalter bis zu Ende des 17. Jahrhunderts. 581

druckt wurde 1 ). Um über ein solches Thema zu schreiben, warder berühmte Maler vortrefflich vorbereitet, da er als Jüng-ling die Geometrie gründlich studiert hatte; in der Tat sagt Vasari von ihm, daß er „raro nelle difficoltii dei corpi regolari e nell’ arit-metica e nella geometria“ war, und daß „i libri meritamente glihanno acquistato nome del miglior geometra che fusse nei tempisuoi“. In seinem Lehrbuche über die „Perspective“ hat Piero denAlber tischen Begriff von der „Perspektive eines Körpers“ benutztund weiterentwickelt; ferner hat er zuerst Verfahren angewandt,welche ihre volle Entwicklung viel später in der darstellenden Geo-metrie fanden (z. B. die Anwendung der Drehung der objektivenFiguren, um die Perspektive leichter zeichnen zu können) oder welchegewöhnlich unter dem Xamen anderer gehen; endlich war er dererste, welcher, um die Perspektive eines Körpers zu erhalten, dieentsprechenden Projektionen einer Reihe ebener Schnitte derselbenbetrachtete, und, bevor Leibniz den Begriff der Einhüllenden einerKurvenschar noch im allgemeinen festgestellt hatte, sehr klar sah,daß alle die Kurven jener Reihe den Umriß des Körpers berühren. 2 )

Als dritten in dieser Gruppe von Italienern, welche zugleichMaler und Geometer waren, finden wir Lionardo da Vinci , denVerfasser eines hinterlassenen „Trattato della pittura“ (Rom 1651),welches trotz des Titels kein organisches Werk, sondern nur eineSammlung vereinzelter Bemerkungen ist, wo mehrmals ein „Trattatodi prospettiva“ zitiert wird, welcher aber verloren gegangen zu seinscheint. Unter diesen Bemerkungen werden wir nur die folgende an-führen: „Die Linearperspektive bezieht sich auf die Linien, um dasMaß zu untersuchen, wie viel die zweite Sache kleiner sei als dieerste, und die dritte als die andere, und also von Grad zu Grad biszu der letzten Weite der sichtbaren Objekte. Ich habe durch dieErfahrung gefunden, daß wenn das andere Objekt ebensoweitvon dem ersten entfernt ist, als das erste vom Auge absteht, gleich-wohl das andere um die Hälfte kleiner als das erste sein wird, obsie schon einerlei Größe unter sich haben. Und wenn das dritte

*) „Petrus Pictor Burgensis, De prospectiva pingendi, herausg. vonDr. Winterberg“ (Straßburg 1899); vgl. eine Mitteilung von G. Pittarelli in„Atti del congresso internazionale di scienze storiche, vol. XII, Rom 1904, p. 251bis 266; Libri hat in der Note III des IV. Bd. seiner „Histoire “ eine klare Übersichtüber die in Rede stehende Arbeit gegeben. *) Nach Ignazio Danti (vgl.

das Vorwort seiner Auflage von Barozzi, von der wir später sprechen werden)und G. Pittarelli ist Piero auch der Verfasser des Buches „Über die regel-mäßigen Polyeder“, welches Luca Paciuolo als sein Eigentum in seine „Divinaproportione “ eingeschoben hat (vgl. II*, S. 341).

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