Die goldene Periode der theoretischen Perspektive.
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anderen rechtwinklig. Auf der Tafel wird ebenso ein rechtwinkligesKoordinatensystem festgestellt, dessen z-Achse mit derjenigen desKaumsystems zusammenfällt. Dann sind die Koordinaten x, y, zeines beliebigen Kaumpunktes mit denjenigen x, y seiner Projektiondurch Gleichungen folgender Art gebunden:
x = xd : (d + f/); y = zd : (d + ;/);wo d die Entfernung des Projektionszentrums von der Tafel bedeutet.Marolais (s. oben) hatte diese schon gefunden; la Caille drückte siein Worten als Proportionen aus.
Einen ähnlichen Zweck verfolgt die Programmabhandlung „Per-spectivae et projectionum theoria generalis analytica“ (Leipzig 1752)des berühmten Professors A. G. Kästner (1719—1800). Dasselbegilt von dem „Essai sur la perspective pratique par le moyen ducalcul“ (Paris 1756) von C. Roy, „graveur en taille douce“. Koyweiß sehr wohl, daß schon vor ihm die Perspektive analytisch be-handelt worden ist, bemerkt aber, daß „il est etonnant qu’il ne setrouve nulle application du calcul dans les traites de perspectivedonnes au public depuis quelques anne'es, et qu’il faille recourir äcelui de P. Tacquet, 1618, ou du P. Lamy“. Wir müssen nunaber bemerken, daß man wohl mit Recht daran zweifeln darf, daßder Verfasser die von ihm angeführten Werke gekannt habe; dennTacquet war im Jahre 1618 erst sechs Jahre alt, konnte daherweder Pater noch Autor sein; und außerdem ist in seinem uns bereitsbekannten Buch über die Perspektive von Rechnungsanwendung über-haupt keine Rede; weiterhin bemerkt Montucla 1 ) von dem „Traitede perspective“ Lamys (1640—1715), daß er „est plus fait pour lespeintres, et plus relatif au coloris, que propre aux geometres“. Allesdas glaubten wir nicht unbemerkt lassen zu dürfen, um die Ver-breitung irrtümlicher Ansichten über die Geschichte der Anwendungder Rechnung auf die Perspektive zu verhindern.
Eine bedeutendere Originalität besitzt die Abhandlung „De perspec-tiva in tlieorema unurn redacta“ (Bonon. Comment. III. Bd. 1755, p. 169bis 177). Man verdankt dieselbe Eustachius Zanotti (1709—1782),einem Schüler des Eustachius Manfredi (1674—1739) und zugleichNachfolger desselben auf dem Lehrstuhle der Astronomie an derUniversität zu Bologna . Indem Zanotti sich den Gebräuchen seinerZeit anschließt, betrachtet er zwei Grundebenen JIS und LF (Fig. 66),die erste horizontal, die zweite (die Tafel) vertikal; er setzt ferner voraus,daß die Tafel zwischen dem Beschauerauge O und dem zu betrach-tenden Punkte .V liege. Die Gerade N O schneidet die Tafel in dem
*) „Histoire des matkematiques“, T. I, 2. Aufl., p. 711.