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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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Abschnitt XXVIII.

Schluß faßte und die Ablehnung von als fruchtlos erkannten Ver-suchen über die Kreisquadratur hinaus auf zwei andere Aufgabenausdehnte, welche zu oft die Geduld der ihre vermeintlichen Auf-lösungen Prüfenden auf harte Proben gestellt hatten.

In Frankreich war in den Jahren 1751 —1781 nach englischemMuster, aber dieses weit hinter sich lassend, die große Encyclope'rlieentstanden i Bd. IIP, S. 510). In Frankreich empfand man aber auchdie Unhandlichkeit des nur zu umfangreich angelegten Werkes undließ ihm 1789 die Encyclopedie mdthodique folgen, die dazu bestimmtwar, die Bestandteile des großen Sammelwerkes nach Wissenschaftenzu ordnen, und deren drei mathematische Bände bald auch außerhalbFrankreichs in den Bibliotheken der Fachgelehrten zu finden waren.

In Frankreich wurde 1791 durch Gesetz das metrische Systemeingeführt. Der Gedanke, ein allgemein verwertbares, der Natur ent-stammendes und eben dadurch natürliches Maßsystem zu ermitteln,war ja keineswegs neu. lluygens hat daran gedacht, in Englandsind Versuche in dieser Richtung aufgetaucht, ein Italiener Buratinihat 1675 den Sekundenpendel als allgemeine Einheit empfohlen, aberüber den Gedanken ist man nirgend hinausgekommen. Es bedurfteeiner kühn veranlagten gesetzgebenden Behörde, eines von dieser Behördegefaßten Beschlusses, um jene Gedanken in eine Tat umzusetzen, und dazuschwang sich das revolutionäre Frankreich 1791 auf, ein Jahr bevor dasTodesurteil über den unglücklichen König Ludwig XVI. gefällt wurde.

Der Verurteilung des königlichen Paares folgten seit 1792 dieRevolutionskriege. Französische Heere zogen über die Grenzen Frank-reichs hinaus und wußten das Mutterland jahrelang vor den unmittel-baren Verwüstungen des Krieges zu schützen. In dieser Zeit ent-wickelten sich neue mathematische Lehren, entstanden Anstalten, anwelchen sie vorgetragen werden konnten. Das Jahr 1795 ist das Ge-burtsjahr der Ecole Normale wie der Ecole Polvtechnique inParis . An ihnen lehrten Lagrange, Laplace, Monge.

Das sind die Tatsachen, an welche wir dachten, als wir dasÜbergewicht Frankreichs in den letzten vier Jahrzehnten des 18. Jahr-hunderts, soweit es um Mathematik sich handelt, als feststehend er-klärten. Wir können diese Erklärung jetzt um so zuversichtlicheraussprechen, allerdings mit der gleichen Einschränkung, welche wiram Anfang dieser Erörterung vorausschickten, und welche sich aufEuler und Lagrange bezog: Die in diesem Bande erzählte Geschichteder Mathematik ist in erster Linie die Geschichte der Entdeckungenvon Euler und Lagrange. An zweiter Stelle treten französischeMathematiker auf, in die dritte Stelle erst teilen sich Mathematiker ausden sonstigen Ländern Europas . Da finden wir in unserer Übersicht unter