Eisenbahnen sind das Loosnngswort des Tages. Mankann sich nicht sür die Gegenwart iuteressiren, ohne es zu-gleich sür E.B.B. zu thun: denn in dem friedlich-bürgerli-chen Schauspiel, welches die europäischen Völker in diesemAugenblicke aufführen, spielt Eisenbahn die Titelrolle. DieVorstellung ist eine öffentliche, daher sind die Gedanken undGlossen darüber frei. In dieser Beziehung sieht meine Bro-schüre unter dein europäischen Völkerrecht der Eisenbähukritik.Und dieß ist zugleich das Recht ihrer Existenz.
Zufällig liegt es aber auch in meinem Berufe, über na-tional-ökonomische Probleme, worunter E.B.B. begriffen sind,ein ordentliches Nachdenken anzustellen. Ich las daher Man-cherlei über dieses moderne Trans Portsystem, unterrichtete mich,so weit das Verständniß reichte, auch über das Technische,sammelte Notizen re. Der Aufsatz über „E.B.B. auf Staats-kosten von K." in der deutschen Vierteljahrschrift (vorn I. 1841,Heft 2.) schien mir aller Beachtung werth. „Eisenbahnen," sagtdieser Aufsatz, „sind Produkte einer hochgesteigerten Industrie;Verführer zu Luxus; in Deutschland eine Superfötation, inWürtemberg ein Störefried des geordneten Finanzhaushalts; eineVerwechslung von Ursache und Wirkung, wenn mau sie zu pro-duktiven Mitteln stempelt; ein Hysteron-Proteron des armenMannes, der den Aufwand des reichen Mannes machte, um reichzu werden rc." Ich gestehe, daß mich diese Ansichten einige Zeitaus ihre Seite hinzogen. Ich hörte jedoch zuweilen verständige,nüchterne Männer die entgegengesetzten Ansichten aussprechen.Sie verfochten die Sache mit Gründen, wenn Andere mitbloßen Gefühlen, Andere bloß mit der Zunge. Der Gegen-