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6397 weniger als 1839, was die Direktion der Abnahme von Ver-gnügungsfahrten zuschreibt. (Die Einnahme an Passagiergeld wargleichwohl nm 12434 Thlr. höher als 1839.) Es fuhren mithin280000 Individuen ans den niederen Volksklassen. Nehme mannun darunter auch 140000 Sonntagsfahrer (was offenbar zu viel),so bleiben immer noch 140000 andere übrig, die man nicht auchwieder für Vergnügnngsreisende ausgeben darf. Sie müssen also inirgend welchen Geschäften gereist haben. Da aber die Zahl derReisenden aus diesem Stande früher nicht so bedeutend war, so mußman annehmen, daß ihr Erwerb sich erweitert habe.
Was die Kulturwirkungen betrifft, so bestehen E.B.B. noch zukurz und zu zerstreut, als daß sie in dieser Beziehung schon hättenWirkungen haben können. Inzwischen fehlt es nicht an einem ersah-rungSmaßigen Anhaltspunkte, nm eine Vorstellung von dem Einflußzu erhalten, welchen E.B.B. auf die technische Kultur der Völkerhaben werden. Ich meine die Dampsboote. Man bemerkt nämlich,daß, seitdem Nordamerika und England sich dieser Fahrzeuge bedie-nen, die Industrie einen sehr ausfallenden Aufschwung nahm, undschreibt diese Hebung neben Anderem auch der schnellen Verbreitungproduktiver Kenntnisse und Geschicklichkeiten zu, welche das allgemeineReisen der Arbeiter, seitdem dieses durch Dampsboote so unendlicherleichtert wurde, nach sich zog. E.B.B. dürften aber in der genann-ten Beziehung noch mehr leisten, da sie, als wesentlich kontinentaleVerkehrsmittel, sich verhältnißmäßig wenigeren Ländern versagen alsDampsboote, da sie durch das Herz der Nationen sich hindurchziehenund Hunderte der volkreichsten und gewerbsamsten Städte an einanderketten, während die Dampsboote nur ans wenige Flüsse und Strömebeschränkt sind, und wenn sie der Seeschiffahrt dienen, hauptsächlichnur die maritimen Gränzen der Länder betasten.
Fragen wir die Geschichte, was die Mittel waren, durch welcheindustrielle Völker die hohe Blüthe ihrer technischen Kultur erzeugten,so wird sie uns antworten, daß eine Fülle von freiwilligen Natur-gaben und von Kapitalien, die, durch Handel und Urproduktion ge-wonnen, auf die Industrie übergeleitet wurden, für sich noch nichtsvermocht hätten, wenn nicht eine Summe von geistigen Kräften vor-handen gewesen wäre, welche Natur und Kapitale zum höchsten Er-trag steigerten. Die Seele der materiell-produkriven Kräfte ist eingeistiges Element, und jede großartige Industrie wird von einer ge-wissen Summe geistiger Kräfte bedingt, die im Nationalvermögenfreilich als kein bestimmter Posten ausgeführt werden können, abernichts destoweuiger den Hauptreichthum einer Nation ausmachen.Geschicklichkeit, Bildung, Charakter der arbeitenden Bevölkerung sinddiese unwägbaren, nngreifbaren Momente der Produktion. Sich selbstüberlassen entwickeln sie sich nur langsam und brauchen Jahrhunderte,bis sie ihre höchste Blüthe treiben; die Erfahrung lehrt aber, daßes in der Regel nur eines äußeren Anstoßes bedurfte, um ihre,