43
Waldbezirk würden dabei gewinnen: jene, indem sie, neben wohlfei-leren Lebensmitteln, daS ihr nöthige Holz wohlfeiler als bisher be-zieht; dieser, indem er neben dem gleichfalls wohlfeileren Bezug seinerLebcnSmittel die Waldrcnte erhöht sieht und in Folge besserer Preise sichWohl auch entschließen dürste, der in allen Waldrevieren herrschendenund schädlicher als Waldbrände und Fichtenspinncr wirkenden Holz-verschleuderung Einhalt zu thun. Ja, eine wohlfeilere Verpflegungder Walvrcgionen erlaubte dann auch eine ausgedehntere Benützungder in der Regel daselbst vorhandenen Naturkräfte u. s. w. DaSErzgebirg folgt mehr als einem bloßen E.B.-Schwindel, es folgteinem Lebcnsinstinkte, wenn es seine Verbindung mit der sächsischenund preußischen Ebene durch eine E.B. erleichtert sehen will.
AnS dem, was ich über den Waarentransport vorgebracht habe,geht im Allgemeinen hervor, daß E.B.B. durch die im höchstenGrad erleichterte Cirkulation der Güter die Konsumtion und Produk-tion befördern. Sie sind aber zunächst Hebel der Konsumtion unddadurch der Produktion, denn diese hängt in hohem Grade von jenerab. Der Mensch ist unmittelbar nur Konsument; nur der Konsum-tion wegen ist er Erwcrbcr. Zugleich ist aber auch die Verzehrungder körperlichen Guter der Grund ihrer Wiederherstellung und ihreserneuerten Erwerbs. Dadurch daß E.B.B. die Konsumptibilität stei-gern, setzen sie die Produktivität in Athem und treten dadurch denübrigen produktiven Mitteln, der Maschinerie, der Arbeitstheilung tc.zur Seite, welche in unseren Tagen die Erzeugnisse und Genüsse inso hohem Grade vermehrt und gesteigert haben. Die Gegner greifendaher die E.B.B. ganz richtig als Konsumtionsmascbincn an, nur geben siedie durch dieselben bewirkte Konsumtion für Genußsucht und gemein-schädlichen Lnrnö aus. Damit sprechen sie aber auch den Maschinenund allen Erfindungen, welche die menschliche Arbeit heut zn Tageergiebiger machen, das Urtheil. Konsequentcrweise müssen sie daSgesammte moderne Gewerbewescn verdammen — und dieß geschiehtauch von Vielen. — WaS wollen sie uns aber dafür geben? wollensie uns auf eine der früheren Stufen der Oekonomie zurückstellen? Wel-ches Heil, welche Entwicklung menschlicher Kräfte begegnet uns hier?Ich will diese Stufen kurz charakterisiren. Da ist eine Epoche, wodie Natur das Meiste leistet. Genüsse Tugenden des Naturmenschenund der Rasse walten ob; aber die Sitten sind roh, die Leidenschaf-ten ungcbändigt; die Bedürfnisse nur die dringendsten physischen, dieProdukte wenig mannigfaltig; Wohlstand nur in wenigen Händen;Volk heißt ein Haufen leibeigener Bodenarbeiter; im Ganzen aus-reichende Eristenzmittel, aber die Zukunft schlecht gesichert; die Bevöl-kerung überall dünn gesät, von Hungersnoth und Pesten häufigheimgesucht; die Geister dumpf und verschlossen; Kultur nirgends, alsin den Klöstern. So finden wir die bürgerliche Wirthschaft in derersten Hälfte des Mittelalters, noch heute, mit Modifikationen deSmoralischen und sozialen Zustandes, in einigen Distrikten von Ungarn