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ses Veranlassung geben.* Jene Hülfsqueltett zn öffnen, diese ge--Winnreichcn Märkte auszubeuten, scheinen mir, wenn Hollands Wohl-stand keine Lüge ist, Kanäle das produktive Werkzeug zu seyn —und ich mache den Versuch auf meine Kosten! — Von einer hoch-gesteigerten Industrie, welche den Bridgewater-Kanal und das raschdarauf folgende Kanalsystem Englands gebieterisch hervorgerufenoder als Bedingung der (Leisten; verlangt hätte, lese ich nirgends;Wohl aber lese ich in den Schriftstellern jener Zeit, daß die Kanäle wiecin Zauberschlag auf alle Güterquellen wirkten, und daß es jezt erstmöglich wurde, die Grnndkraft des Landes ihrer vollen Nutzung ent-gcgenzuführen. Der inländische und ausländische Rohstoff strömte ingrößerer Fülle den Manufakturen, das Fabrikat in größerer Fülledem inländischen Konsumenten und den Häfen zu. Man führe mirdicht die Kolonien als Ausgangspunkte des englischen Nationalreich-chumö an. Kolonien können einem Lande zu einem augenblicklichenund schnellen Reichthume verhelfen; um aber denselben nachhaltig zumachen, muß das Mutterland arbeiten und vor allen Dingen seineeigenen Hülfsquellcn mit Verstand und Fleiß zur Nutzung gebrachthaben. Das eben haben Spanien und Portugal schmählicherweiscversäumt; darum hatte per Kaiser, in dessen Reich die Sonne nichtunterging, nie Geld; darum sind beide Staaten, trotz ihrer reichenKolonien, nie zu Wohlstand gelangt. per Fabrikate, welcheSpanien nach seinen amerikanischen Kolonien ausführte, stammtenvvm Auslande (Brougham). Wie sehr man eine Kolonie auch ty-rannisiren mag, so muß man ihr für die Werthe, die mau aus ihrbezieht, doch immer Gegenwerthe geben. Wohin es aber führt, sichohne entspechende Gegenwerthe bereichern zu wollen, davon hat Eng-land an seinen nordamerikanischen Kolonien die bitterste Erfahrunggemacht. Es ließ diese Lektion nicht an sich verloren gehe», sondernerhob seitdem zum Grundsatz seiner Kolonialpolitik die Wahrheit:baß das Mutterland sich nur dann einen hohen und dauerndenReichthum schafft, wenn es mit den größten Reichthümerndes eigenen Landes die größten der Kolonien zu kaufen>>n Stande ist. Die ersteren zu wecken und zu vermehren, hatEngland seine Kanäle erbaut; sie schloßen den brittischen Bodenuuf, sie öffneten die Kraftmagazine seiner Steinkohlenlager. SchonFranklin sagt: „Steinkohlen und Kanäle haben England zu demgemacht, was es ist." Ich füge hinzu: an Mitteln und Macht zueinem eigenen Welttheile.
' Die Wiege des englischen Comford fällt in die Zeit, von welcher ich spreche. Gü-lt ch sagt in seiner Handelsgeschichte: „Lurns nnd Wohlleben hoben sich sehr.In England wurde jezt eine viel bessere Kleidung und der Genuß ausländischerGetränke und Gewürze in den mittleren und selbst oft in den niederen Klaffenviel allgemeiner. Sowohl feinere wollene, als auch seidene und baumwolleneStoffe trug man weit mehr, und Thee, Zucker und Rum wurden das täglicheBedürfniß eines großen Theils der Bevölkerung, obgleich diese Artikel mit hohenAbgaben belegt waren."
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