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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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120
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Die weitere Operation, welche in seiner Verglcichung derKannstadt -Ulmer und Kannstadt-Heilbronner Bahn mit den Anlage-und Betriebskosten vornimmt, scheint mir mehr als gewagt zu seyn.Hat die Heilbronner Bahn bei 15 V? Stunden Länge, an 31 Bahn-wärterwohnungen genug, so dars daraus kein Grund abgeleitet wer-den, daß die Ulmer, bei 3(0/3 Stunden Länge, an 61 nicht genughabe, da verschiedene Umstände, z. B. Wegübergänge, Wegauswei-chungen, natürliche Sicherheit der Bahnnmgebungen, die Zahl derBahnwächter mit bestimmen. Ebenso müssen die 61 Bahnwärter-wohnungen der Ulmer Route nicht nothwendig 105400 fl. (also25377 fl. 52 kr. über den Anschlag von 80023 fl. 8 kr.) kosten,wenn die 31 der Heilbronner Route auf 52700 fl. veranschlagt sind;die 6 Bahnhöfe jener nicht nothwendig 420150 fl. (statt der ver-anschlagten 235097 fl.) kosten, wenn die 4 Heilbronner zu 280100 fl-berechnet sind, die Reparaturen der Ulmer Bahnhöfe und Bahnwär-terwohnungen nicht nothwendig 8403 und 2108 (statt der veran-schlagten 4701 und 1600 fl.) betragen, wenn die Heilbronner zu5602 und 1054 fl. veranschlagt sind. Wenn im Unterlande ein HauS3000 fl. kostet, muß dasselbe nicht nothwendig auch so viel im Oberlandekosten. Welchen Stoff zu Reduktionen fände der Vers. erst bei der Ober-baubehö'rde, wenn man ihn zum Revisor sämmtlicher Baurechnungen desLandes bestellte! Auch hinsichtlich der Lokomotivenzahl liegt keinezwingende Nothwendigkeit vor, daß, weil für die Heilbronner Route8 berechnet sind, für die Ulmer (statt 10) 13 angesetzt werden müs-sen. Man braucht das größere Waarenquantum nach Ulm nur lang-samer zu fördern, so richten 4 Maschinen so viel aus als 7, wasweiterhin aus die Abnutzung und auf den Verbrauch von Brennma-terial von Einfluß ist. Ohne die Faktoren zu kennen, welche Aus-gabeposien der genannten Art zusammensetzen, ist Alles, was mandarüber vorbringen mag, -haltlos. Da sich die Ertragsberechnung

tektonik hinsichtlich der Stärke der Schienenstühle, der Befestigungsmittel (Klo-ben, Sättel ic.) der Wegüberbrückungen, der Ausweichungen, der Dimensionender Tunnels, Brücken, Dohlen und der Architektur dieser Bauwerke u. s. w.u. s. w. selbst zu wählen. Welchen Einfluß ein verschiedenes Konstruktionssy-stem, verschiedene Dimensionen der Brückenbogen ic., verschiedenes Volumen derQuader ic. auf den Kostensatz hat, springt in die Augen. Ein gleichförmig durch-geführtes System scheint mir aber mancherlei Ersparnisse in der Beziehung mitsich zu führen, daß z. B. die Anfertigung von Bauhülfsmitteln (Gerüsten, Lehr-bögenre.) und Bauplanen vereinfacht und insbesondere die Arbeiterkraft schnellerzu der gehörigen Leistung gebracht wird: ein Umstand, der bei Unternehmungen,welche wegen des großen Kapitalaufwands schnell zur Nutzung gelangen müssen,beachtenswerth erscheint. Bauführer und Arbeiter brauchen immer einige Zeit,bis sie sich einschießen und das Gehörige leisten: je mehr sich die Arbeitsaufgabegleichbleibt, desto inniger kvnföderiren sich die Arbeitskräfte: jeder Uebergang zuveränderten Ideen, die Bauführer und Arbeiter realisiren sollen, macht sie an-fangs stutzig und erheischt eine neue Dressur u. s. w. Ich äußere übrigens dieseBemerkungen als eine bloße Meinung, und will damit weder anklagen noch da-für einstehen. Schon die Ausdrucksweise mag den Sachverständigen erkennenlassen, daß ich einer bloßen Empfindung und dunkeln Vorstellung folge.