123
seit lange der Hauptverkehr und die Hauptkonsumtion des Landes. centralisirte. Jede andere Richtung müßte Orte trocken legen, welchebisher jenen Verkehr genvßen, und ich sehe eS als ein großes Glückan, daß das Terrain es erlaubt, die E.B. auf der Linie festzuhal-ten, wo zu allen Zeiten der bedeutendste innere und äußere Verkehrdes Landes radizirt war. Diese Linie ist das Thal des mittlerenNeckar - und des FilslausS über die Alb von Hellbraun über Kann-stadt nach Ulm .
Ich glaube, der Schutzrcdner für Heilbronn ist im Irrthume,wenn er aus der halboffizielleu Ertragsberechnung mißgünstige Ge-sinnungen gegen jene Stadt folgert. In allen wichtigen Handels-und Verkehrssragen stand sie, so viel ich weiß, auf erster Linie derBerücksichtigung. Daher kann und wird Heilbronn auch in der E.V.-srage nicht unberücksichtigt bleiben, wenn auch die Modalität des An-schlusses an Baden die Nothwendigkeit auferlegen sollte, Heilbronn von der unmittelbaren Bahntrace auszuschließen. So viel mir bekanntgeworden ist, haben Untersuchungen ergeben, daß der Neckar derDampfschiffahrt von Heilbronn aufwärts bis Besigheim keine Schwie-rigkeiten in den Weg lege, wenn die an einigen Stellen nöthigenFlußkorrektionen und mehrere anderweitige Wasserbauten vorgenom-men seyn werden. Auf diese Weise, glaubt man, würde Hcilbronn diePrivatnnternehmung seiner Dampfschiffahrt an das Staatsunterneh-men der E.B.B. des Landes anknüpfen und seine allgemeinen Han-delsinteressen so gut wie die Privatspeknlation seiner Kapitalisten ge-fördert sehen. Ich werde auf diese Kombination weiter unten zu-rückkommen, und behaupte au dieser Stelle nur so viel, daß, läge eSin der Macht der Württembergischen Regierung, über die Richtungder Unterlandsbahn frei zu verfügen, wohl kein Zweifel obwaltenkann, daß theils Dichtigkeit der Bevölkerung, theils lokale VerkehrS-verhältnisse der Hellbrauner Route hinreichende Motive bilden wür-den, den Anschluß Badens aus einer Heilbronn -Heidelberger Bahnwünschen zu lassen. Allein Württemberg ist bei dem Anschlüsse aufder nordwestlichen Gränze von dem Nachbarstaate so sehr abhängig,daß eS, wie bei allen Nothwendigkeiten, sich in der Lage befindet,auf eine strenge Abwägung des Besseren und Besten verzichten zumüssen. Unterhalb Heilbronn wird wohl Baden nie anschließen, ein-.mal weil es Güter und Reisende, »reiche, von Mainz und Frankfurt herkommend, nach Württemberg übertreten, so lange als möglich aufseiner Bahn zu behalten und südlich hinab seiner Hauptstadt zuzu-führen wünscht; sodann weil dort auf einer zu erbauenden Bahn-strecke von 8 Stunden nur das Städtchen Sinsheim (2800 Einw.)zur Berücksichtigung kommen könnte. Es bliebe also nur ein An-schluß bei Brnchsal oder Pforzheim übrig, da weiter nach Südenhinab das Gebirge keine E.B.verbindmig mehr znläßt. Die Bruch-saler Linie zöge sich von der »vürtt. Gränze bei Knittlingen durchsSalzathal abwärts 4Vu» Stunden lang »nit einem Fall von 1 : 220