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Torf hält 58,5 Kubikzoll; 1000 Stück Torf wiegen 15 Ctr. So-mit beträgt das Gewicht eines an Heizkraft einem Klafter Tannenholzgleichkommenden Quantums Torf 37 Ctr., mit einem Kubikinhalt von143'/z Kubikfnß. Das Gewicht ist eher zu hoch als zu niedrig ange-nommen und muß sich, nebst dem Volumen, durch sorgfältige Trocknungnoch bedeutend vermindern lassen. Das Material selbst ist von vor-züglicher Qualität, von thonigen Bestandtheilen frei, fast geruchlosund läßt nach der Verbrennung eine weiße Asche zurück. — DerAnkauf des Torfes an den Produktionsorten in Oberschwaben schwanktzwischen 15—30 kr. per 1000 Stück. Es ist anzunehmen, daß die-ses Quantum für 20 kr. geliefert werden kann, wenn nur die Selbst-kosten herausgeschlagen werden wollen. Sohin kommen 2500 Stückauf 50 kr. — Schussenried liegt 1 Stunde westlich von der E.B.-^ trace zwischen Biberach und Waldsee; von diesem Punkte bis Bi berach 1 Stunde, von Biberach bis Ulm 9 E.B.stunhen, zusammenbis Stuttgart 41 (auf Lokomotiv-Alb-Bahn) oder.36 (auf Pferde-bahn). Für 30 Stunden Fracht von Kannstadt nach Ulm setze ich12 kr. per Ctr. (IchzPfg- per Stunde, die Ertragsberechnung nimmt2 Pfennige au), für 11 Stunden von Schussenried »ach Ulm 6 kr.per Ctr., worunter zugleich die Beifuhr vom Produktionsort zurLadestation begriffen ist, was bei fabrikmäßigem Betrieb mit 1 kr. perCtr. und Stunde ausreichend gefunden werden wird. Als weitereTransportunkosten setze ich in runder Summe 30 kr. Somit be-trägt die Gcsammtfracht auf 41 Stunden 12 fl.' 26 kr., auf 36 St.11 fl. 4 kr., um welchen Preis 2450 Stück — 1 Klafter Tannen-holz in Stuttgart verkauft werden könnten, mithin gegen den Markt-preis des Klafter Tannenholzes ü 15 fl. eine Differenz von 2 fl. 34 kr.bis 3 fl. 56 kr.
Es ist hier am Orte, daran zu erinnern, daß in einem Lande,welches vorzugsweise landwirthschaftliche Produkte und schwere mas-sige Rohstoffe seiner E.B. zu übergeben haben wird, die Fracht un-ter V 2 kr. per Stunde und Ctr. angesezt werden muß, wenn dieE.B- einen recht ausgedehnten nationalökonomischen Nutzen gewährensoll. Denn es ist „ein Vorzug, den der E.B.transport vor demChausseetranöport voraus hat," sagt vr. List (deutsches E.B.shstem,Vierteljahrschrift, Heft 4, S. 227), „daß er, gleich den Kanälen, dieFrachten ungleich mehr als die Chaussee dem Werthe der Güter an-zupassen vermag, daß er sie nämlich bei werthvollen Gütern, wobeiZeit- und Zinsenersparniß, Schnelligkeit, Sicherheit und PräcisionHauptrücksichten sind, wie z. B. bei Seide- und Modewaaren rc.,höher stellen kann als die Post, während er bei Gütern von ganz ge-ringem Werth im Verhältniß zu ihrem Gewichte zu viel geringeremPreis fahren kann, als der gemeinste Frachtfuhrmann. Ja, wo derStaat Unternehmer ist, wird der Fall gar oft eintreten, daß er sichvon gewissen Gütern, deren wohlfeile Verbreitung durch das national-ökonomische Prinzip geboten ist, wie z. B. Steinkohlen, nur die Zug- und