Buch 
Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
Entstehung
Seite
171
JPEG-Download
 

1 71

Vahnreparaturkosten vergüten läßt." Nach Albert! Tab. der E.B.B. :c.fahren verschiedene englische E.B.B. den Centner per württ. Stundefür Vr, >/ 2 , 1 bis l^/i kr. Einem zweckmäßigen Tarife muß es

gelingen können, die Frachtpreise auf die verschiedene» Transporte sozu vertheilen, daß diejenigen, welche nur unter der Bedingung dermöglichst wohlfeilen Fracht größere Verbreitung gewinnen und demVolke dadurch Nutzen schaffen können, durch solche contrebalancirtwerden, deren innerer Werth einen höheren Zuschlag erlaubt, ohnedadurch von der E.B. vertrieben zu werden.

Bei dieser Gelegenheit muß ich auch der Steinkohlen geden-ken, welche ohne alle Frage künftig größere Aufnahme in Württemberg finden werden, sobald es gelingt, sie wohlfeiler herbeizuschaffen, wasder Fall seyn könnte, wenn die projektirtc Rheinschanz-Berbacher Bahnzu Stande käme. Laut öffentlichen Nachrichten kostet in den Saar-gruben der Ctr. Ankauf 12 bis 14 kr. Wenn die Ruhrer Kohlenfür 58 kr. bis 1 fl. 6 kr. nach Kannstadt geliefert werden können,so ist zu hoffen, daß die Saarer Kohlen nicht über 48 kr. zu stehenkommen werden, mithin 13 Ctr. 1 Klafter Tannenholz auf 10 fl.24 kr. Im Jahr 1840 wurden auf dem Neckar 102663 Ctr. vornUnterrhein eingeführt. Sachverständige versichern mir, daß bei einemPreise von 48 kr. per Centner die Einfuhr wohl auf 3400000 Ctr.sich erheben dürfte, wovon ein großer Theil der E.B. zufallen müßte,da, nach eingezogenen Erkundigungen, das Neckarschiff flußaufwärtsden Centner nicht um 20 kr., wie die E.B., von Mannheim nachKannstadt (40 Stunden) tranSportiren kann. Die Bergfahrt zwi-schen den genannten Orten kostet nach dem gegenwärtigen streu Tarif26 kr. per Ctr., je nach dem Wasserstande noch (13 kr.) darüber,wobei die Neckarzölle (2 kr.) noch nicht eingerechnet sind.

Immerhin wird es einige Zeit anstehen, bis das PublikumTorf und Steinkohlen in seine Hausordnung aufnimmt; inzwischenist nicht zu zweifeln, daß Wohlfeilheit und nachhaltiger Bezug derWaare schneller, als man glaubt, das Publikum von der Nützlichkeitjener Brennsurrogate überzeugen und zur Abänderung der bisherigenHeizapparate vermögen werde. Bis'1823 waren 406 Ctr. Stein-kohlen jährlich im Durchschnitt eingeführt worden; von da bis 1828bereits 11000 Ctr., 1840 nicht weniger als 102663 Ctr., 1841allein in Heilbronu 73474 Ctr. Konnte sich die Steinkohleneinfuhrunter dem Drucke eines immer noch über sie verhängten Wuchersinnerhalb eilf Jahren verneunfachen, so wird man ohne Widerspruchannehmen dürfen, daß sie sich unter günstigen Transport- und Be-zugsverhältnissen innerhalb der nächsten 10 oder 20 Jahre verdrei-oder vervierfachen werde. Die E.B.B. selbst, deren LebensbedingungSteinkohlen sind', geben Hoffnung, daß Süddeutschland den Bezugder lezteren in kürzester Zeit erleichtert und gesichert sehen werde, undsind nur erst mehrere süddeutsche Bahnstrecken im Gange, so werdendie Staatsregierungen selbst ihren Einfluß aufwenden, um Preußen