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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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und Barern, in deren Besitz die Saarminen sich befinden, zu Maß-regeln zu vermögen, in deren Folge jene Schätze dem ganzen SüdenDeutschlands zu großem Seegen für Familien und Gewerbe in grös-serer Fülle sich erschließen.

Indem ich einen Torstransport bis Stuttgart berechnete, habeich eine äußerste Aufgabe angenommen, zu welcher es (sehr hartund lange Winter ausgenommen) in Wirklichkeit nicht leicht kommendürste, die uns aber zeigt, daß die E.B., ohne daß man ihren Fracht-sätzen Zwang anthut, auch ein Aenßerftes zu leisten vermöchte, unddaß sie jedenfalls im Stande ist, einen vermehrten Abbau der ungeheuernTorflager Oberschwabens für nähergclegene Bezirke zu unterstützen.Man bezahlt in Biberach die Klafter Buchenholz im Winter mit 16bis 19 fl., im Sommer mit 1516 fl.; in Ulm zahlte man im Januar1112 fl. für Tannen-, 20 fl. für Buchenholz. Wenn diese Preise vonHolzüberfluß zeugen sollen, so scheint man nahe daran zu seyn, zu Torfübergehen zu dürfen. Aber die Gewohnheit ist ein Tyrann, dessen schnel-len und sichern Sturz man nicht anders bewirkt, als wenn man ihmgleich eine geschlossene Macht und einen entschiedenen festen Entschlußentgegensezt. Das Publikum, der Gewohnheit verfallen, kann dieseMacht nicht bilden; von ihm kann die Veränderung nicht ausgehen.Es müssen Autoritäten an die Spitze treten. Man versuche es ein-mal, einen vorzüglichen Tors in Schulen, Spitälern, Gefängnissen,Beamtungen, Kasernen und anderen öffentlichen Anstalten Ulms, Bi-berachs rc. zur Heizung zu verwenden: wie lange glaubt man wohl,daß das Publikum dahinten bleiben werde? Noch auf einem an-dern Wege aber dünkt mir, wird eine E.B. mit der Zeit den Torf-schätzen Oberschwabens bcikommen, und mit diesen Kraftmagazinenauch die dortigen reichen Wasserkräfte erlösen. EBB. veranlassenindustrielle Unternehmungen, welche sich gern in ihrer Nähe ansiedeln.Leute, welche die E.B B. Englands, Frankreichs und Oestreichs ken-nen gelernt haben, und deren Glaubwürdigkeit ich vertrauen darf,versichern mir, daß nicht sobald eine Bahnlinie projektirt werde, alsgleich auch industrielle Unternehmungen darauf spekuliren, sofern nurdie übrigen Bedingungen des Betriebs in der Nähe zu finden sind.Unter diesen Bedingungen stehen wohlfeile Lcbensmittel, eine Füllevon Wasserkräften und Brennmaterial, wie sie Oberschwabcn darbie-tet, oben an. Ob solche Prämissen zu der Hoffnung berechtigen, daßeine E.B. mit der Zeit auch der Erwerbsthätigkeit Oberschwabens eine größere Ausdehnung verleihen werde? Eine Frage andererArt wäre die: ob sich der oberschwäbischc Torf bester Qualität, mitHolz vermischt, nicht für eine oberschwäbische Lokomotivbahn eignete?Deßgleichen: ob Torf bei einer stehenden Dampfmaschine nicht an-wendbar wäre, wofern man sich entschlösse, den Uebergang über dieAlb durch eine Vorrichtung genannter Art zu bewirken? *

* Da Tors bei freier Verbrennung lange nicht den Hitzgrad der Steinkohlen er-