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Dritter Abschnitt. Erste Ordnung.
Nicht allein aber unter den Vögeln hat der Borkenkäfer seine Feinde, sondern auchjedes naste und kalte Wetter zu der Zeit, wenn er gerade auSflicgt, ist seiner Vermehrungnachtheilig und hinderlich, ob er gleich nicht so sehr von der Witterung leidet, als seine an-dern schädlichen Verwandten, die schädlichen Forstschmctterlinge.
Schaden.
Die Verheerungen, die der Borkenkäfer , als vollkommen und unvollkommenesInsect in den Nadelforsten anrichtet, ist zu bekannt, indem er die innere Substanz der Rin-de, die Saftgänge und den Anfang des Splintes verzehrt. Denn er haußt sowohl in re-gelmäßig abgetriebenen Schlägen, als geschlossenen Waldungen, und zieht die saftigen dendürren, aber auch den vollsaftigen; die mittelmäßigen den ganz alten und ganz jungenBäumen vor, deren Nadeln dadurch anfänglich blaßgrün, hernach gelblich, und endlichbraunröthlich werden, dann gar abfallen und den Tod des Baums verkündigen. Die Löcherin der Rinde und das Wurmmehl verrathen dem Förster seine Gegenwart. Manche wollenihn aus dem Grunde von der Wurmtrockniß freysprechcn, weil sie ihn in ihren Gegendennur an solchen Fichten angetroffen, welche umgehauen, ein lind mehrere Jahre gelegen haben.
HerrSch rank behauptet in seiner Fauna I. 434. daß ihre Vermehrung nichtübermäßig seyn werde, wo die Waldungen gesund sind und naturgemäß bewirthschaftet wer-den; aber nicht gerade deswegen, weil dem Käfer frische und gesunde Bäume nachtheiligsind, sondern nur, weil er von ihrem Geruch weniger gelockt wird: denn wo keine allge-meine Baumtrockniß vorkommt, findet man den Käfer nichts desto weniger häufig, aber nurin todtem, oder aus andern, sichtbaren Ursachen krankem Holze, z.B. in berindeten Baum-pfählen, Windwürfcn, vorn Blitze getroffenen Bäumen, in Klaftcrholz u. s. w. aber niein jungem Holze. Auch wird die Erfahrung immer mehr und mehr beweisen, daß keinKäfer ins Holz geht, welches im Winter gefällt, und also ohne Saft ist; da sie hingegenam liebsten und in den stärksten Schwärmen auf das in der Saftzeit gefällte Bauholz, aufdie geschnittenen Brunnenröhren fallen; daß sie die Schneebrüche fast gar nicht, hingegendie Windbrüche im Sommer sogleich angreifen. Also ist es nicht der Mangel des Saftsoder die geschwächte Gesundheit der Fichte, sondern der faulichte oder der Geruch der inGährung übergegangenen Säfte, der die Borkenkäfer herbey lockt.
Herrn Sch ran ks Gedanke in Ansehung der Wurmtrockniß, die man diesem Kä-fer und dem Losir. piniperda zuschreibt, sind in s. Fauna Eoica I. S. 435. 1) Der
Käfer ist nicht die Ursache, sondern die Folge der Baumtrockniß, davon die Ursache in äl-teren Gebrechen liegt, welche sehr mannichfaltig seyn kann; und zum Theil auch wohl inunserm Eigensinne beruht, daß wir auf demselben Flecke immer einerley Holz nachziehenwollen (?) 2) Aber er befördert sie, indem er die Nahrungslosigkeit des Baumes durch
feine Arbeiten vermehrt. 3) Da in Gegenden, wo die Baumtrockniß, so zu sagen, ein-heimisch ist, das ist, wo sie eine allgemeine Ursach voraussetzte eben so wenig alle Bäumedavon befallen werden müssen, als bey endemisch herrschenden Krankheiten nicht alle Ein-
wohner