Die Klemkäfer.
9l
wohner der Gegend davon angegriffen werden: so ist es begreiflich, wie es zugehe, daß sogarbey einer allgemeinen Baumtrockniß das Uebel nur stellenweise vorkömmt. 4) Jugend undGesundheit sind auch bey Bäumen nicht einerley Dinge, obgleich hohes Alter schon für sicheine Krankheit ist. 5) Da der Käfer von außen in die Bäume hineinkommt, so ist es al-lerdings möglich, daß er bey einer durch die Baumtrockniß beförderten Vermehrung seinerArt gezwungen werde, auch junge und gesunde Bäume anzufallen g) f und sie, zwar etwamit anfänglichen Nachtheile der es wagenden einzelnen Käfer, krank mache. Es ist alsowohlgethan, wenn alles todte, sterbende, oder kopftrockne Holz frühzeitig herausgeschlagenund vom Forste weggeschaft wird. 6) Aber man vergesse darüber ja nicht, auch auf dievorbereitenden Ursachen der Krankheit genaue Rücksicht zu nehmen, und diejenigen, welchein unsrer Hand sind, zu zerstören. —
Mittel dagegen.
Die besten aufTheorie und Erfahrung sich gründenden Mittel sind diese:
a) daß man der Insektenfressenden Vogel, denen dieser Käfer und seine Larve zurNahrung dient, schone,;. B. der Finken, Fledermäuse, Nachtschwalben, Spechte u.s. w.
d) Daß man die Bäume ausroden oder tiefer an der Erde wegschneiden, die zu-rückbleibenden hohen Strünke aber, in deren Borke er sich in kalten Waldungen am meisteneinnistet, und haufenweise überwintert, sogleich ausroden und aufarbeiten laffe h).
c) Daß man die Schaue bis Johann! räume, das im Sommer gefällte Holz sogleich, das Herbstholz aber noch vor dem Januar fortschaffe. Nähere Untersuchungen be-zeugen, Laß immer in tiefen Waldungen, wo oft das im Frühjahr geschlagene Holz im fol-genden
g) Meine Erfahrungen und Beobachtungen,die auch von andern bestätigt worden, sinddiese: Wenn die ausgcfloeenen Käser in
Saft gefälltes oder auf irgend eine Art be-schädigtes saftiges Holz finden, so gehen siezu allererst dieses an. Sind sie aber in ei-nem Forste, der gut bewirthschaftet, alsovon allein anbrüchigen Holz gereinigt ist;und wo das gemachte Heiz zu gehöriger Zeitaus dem Waide geschafft wird, so greifensie in Menge gewöhnlich schaarenweise beywarmen sonnenreichen Tagen nach Verhält-niß ihrer Anzahl z o — ioo Stämme in einemeinzigen Bezirke, zuweilen auch 1— 1 Mor-gen auf einmal über der Mitte des Baumesan, gehen am liebsten an Nadelholz von 50bis 70 Zähren, und fallen gewöhnlich in demForstort gegen Morgen oder Mittag ein.
Einzeln findet sie aber der aufmerksame Be-obachter auch an den Stämmen der Waldun-gen an den gesundesten Fichten von 70 — 100Jahren, denen sie auch keinen großen Scha-den thun, denn ich kenne solche Baume, inwelchen drey und vier Löcber waren,. die schonvor zehn Zähren von ihnen bewohnt waren,und die noch immer gesund sind und fort»wachsen. Nur dann, wenn sie so häufig sind,daß sie in der ganzen Rundung des Baumsden Saftzug abschneiden, dann verdorrt derBaum.
V.
K) Zch habe zuweilen auf dem Thüringer Wal-de in den hohen Stöcken zwischen Kr Schalebis zur Wurzel herab, ganze Hände vollgefunden.
B.
M 2