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Dritter Abschnitt. Erste Ordnung.
Beschreibung des vollkommnen Insekts.
Er ist drey und eine Viertellinie lang und schwarz, feinhaarig, mit blendcndro-then Flügeldecken und rothgoldenein Kopf und Halsschild. Die drey äußersten Glieder derFühlhörner sind stärker als die andern, so wie das der Fall bey einigen der nächstfolgendenist. Der schwarze Rüffel hat die Länge des Hinterleibes. Da der Halsschild dieses Kä-fers in der Panzerschen Fauna, als mit zwey Dornen bewaffnet dargestellt wird, welchesdaS Kennzeichen des weiblichen Geschlechts ist: so darf man daS Merkmal nicht bey demMännchen suchen, welches überdem auch etwas kleiner ist. Bey dem Pappelrüffelkäfer istdas auch der Fall.
Das unvollkommne Jnsect soll unter der Vergrößerung einen straubichten Haarbü-schel und zwey große schwarze Augen haben. Das Ey ist in der Größe eines Hirsekorns,und hat eine helle, vom Hellen ins Grünliche oder Gelbliche spielende Farbe. Das Weibchenrollt, um solche Eyer unterzubringen, die Weinblätter zusammen, nämlich so, daß sie auseinem Blatt drey Rollendüten oder Pfeiffen macht, und in eine jede Rolle ein einziges Eybringt. Dieses dreyfache Rollengewinde gleicht einem Zapfen, und wird vom Landmannein der Rheinpfal; bald ein Zapfen, bald eim Pfeiffe, und das Jnsect sowohl wegen dieserPfeiffemolle, als wegen seines in eine Pseisse verlängerten Rüssels, Pfeisser genannt.
Aufenthalt.
Der Käfer hat zwey Generationen, nämlich eine im Frühjahr, die andere im Herbstund bewohnt nebst seiner Larve in manchen deutschen, zumal südlichen Gegenden die Wei-den und Haseln, und leider auch den Weinstock. Man hat auch die Larve im Carduus hae-morrhoidalis und in den Artischocken gefunden, wo sonst noch der Curculio chiceuewohnt. Bey uns ist er selten.
Fortpflanzung.
Wie viel dieses Käferchen Eyer lege, weiß man zwar nicht, aber seine Vermehrungwar z. B. 1756 indem Baden-Durlachischen so groß, daß die vom Weinbau lebendenEinwohner zu Edenkoben und Rhod bloß in einer ihrer Markungen vierzehn Simmern odersieben Malter ablasen und zusammenbrachten.
Schaden.
Als Forstmfckt, das ist, als Bewohner der Weiden und Haseln ist er weniger schad-sich und fürchterlich, als in den Weinbergen. Im Frühjahr kriecht er aus der Erde, ausseinem Puppenstand, und sticht am Weinstock das keimende Auge, das alsdann verdorrt.Ist aber der Keim fingerslang gewachsen, so vermag der Käfer demselben nicht mehr zuschaden, weil ihm solcher zu hart ist. Da man bemerkt hat, daß ein Käfer an einem Ta-ge einen ganzen Weinstock verheeren, oder für ein Jahr untragbar machen kann: so war eskein Wunder, daß vom Weinbau in oben genannten Gegenden sieben Achtel oder gar neun
Zehntel