Band 
Zweyter Theil.
Seite
460
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460 Erste Horde der Phalänen , die Spinner. Siebenzehnte Familie.

Ringe mit spitzigen Höckern besetzt; an der Stelle der Schwanzfüße laufen hinken zweybraune, hornarrige Spitzen auö. Auf jeder Seite des erhöhten u. und 12. Ringes istein halbrunder, gezähnter, fieifchrother Auswuchs.

Beschreibung des vollkommenen und unvollkommenen JnfectS.Der männliche Spinner mißt nach unsern Exemplaren von Hrn. Gerning 1 Zoll 11 Li-nien, der weibliche 2 Zoll 2 Linien, und die Vorderfiügel sind durch 2 schmale, gebogene,weißlichgelbe Streifen in drey Felder getheilt. Das erste Feld an der Wurzel ist.gelb-lich mit schwarzen Flecken; daö zweyte ins Rothe gemischt, wo am Jnnenrande ein Rost-flecken, der sich von einem Streife zum andern erstreckt, und beym Männchen stärker istals beym Weibchen; das dritte führt eine aus sieben ungleichen, schwärzlichen, seitwärtsweißgelb gefäumcen Flecken sich bildende Qucerbinde. Die nach dem Hinterrande röthlichwerdenden Hinterflügel haben außer einem kurzen, weißlichgelben Streif an der Wurzelauch einige weißlichgelbe Flecken. Die Franzen sind mit einer weißlichen Bogenlinie um-zogen. Die Unterseite ist gelblich; Kopf, Bartspitzen, Halökragen, Brustrücken und Hin-terleib sind aschgrau, letzterer aber unten weiß, mit einigen Haarbüscheln auf den erstenRingen. Das Männchen unterscheidet sich außer den Fühlhörnern und seiner geringern Lei-beögröße auch durch die deutlichere Zeichnung und tiefere Farbe.

Die mit aufgerichtetem Kopfe und Hintertheile ruhende Raupe mit ihren 2 kur-zen und 4 langen Vorderfüßen, die sie herunter hängen läßt, ist wegen dieser Stellung:Eichhornraupe, genannt worden. Sie lebt einsam, ist nackt, casianienbraun mit Hellern,schwärzlichen, gesäumten Rückenlinien, und hat anfallen Gliedern 2 stumpfe kleine Erha-benheiten; auf dem vierten bis sechsten Gliede sind sie aber nicht klein, sondern stärker, hö-ckerig und spitzig gebildet, allemal zwey neben einander. Auf jeder Seite des erhöhten eilf-ten und zwölften Ringes ist ein halbrunder gezähnter, fleischrothcr Auswuchs, der, wenndie Raupe noch nicht ganz erwachsen ist, eine unverhältnißmäßige Breite hat, und ihr dasAnsehen giebt, als wenn eine Gartenwanze mittlerer Größe an der Raupe hing und sie be-nagte. Die zwey hornartigen Schwanzspitzen sind in ihrer Jugend tiefschwarz. An denLuftlöchern des 4. und 5. Ringes sind tiefschwarze Puncte oder Striche. Sie ist im Octo-ber ausgewachsen, wo sie sich dann in ein zartes Gewebe zwischen Blättern enge einspinnt,um als rochbraune Puppe mit vier krummen Häkchen am Endstiel ? Monate zu ruhen.

Aufenthalt. Der in Deutschland, z. B. bey Wien, Maynz, Darmstadt undauch in hiesigen Gegenden sparsam einheimische Spinner erscheint im May und Junius anden Buchen-und Birkensiammen, und seine Raupe lebt auf Buchen, Eichen, Linden,Haseln, Birken; nach Kleemann und Brahm laßt sie sich auch mit Zwetsch-ch e n l a u b füttern.

Anmerkung. Nicht die drey Paar Drnstfüße, wie Fabricius meynt, sondern nur daö 2. und3. Paar derselben, sind ungewöhnlich lang.

74. Der Bandiveidenspinncr. Plialaena Bombyx Yinula, Lin.

Namen, Schriften und Nachweisung der Abbildung.

Gabelschwanz, gabelschwänziger Nachtfalter, Haarflügel, großer Hermelinfalter,Hermelinvogel, großer Hermelinspmner. Fhalaena