Band 
Zweyter Theil.
Seite
519
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Zweyte Horde der Phalanx, die Eulen. Neunte Familie. 519

wir die Borkbausensche Benennung der Wiener und auch der Eiperschen vorgezogen. Letztere istohnehin schon von den Naturforschern an i die - andere Phalänen vergeben.

Neunte Familie.

Rieselraupen. Holzfarbige Eulen.

Diese Raupen haben nach der lange des Leibes z oder 4 helle Striche; die mei-sten sind über die grüne Haut mit weißen Puncten ganz bestreut, andere aber mit wenigemorderitlich beseht, und leben in freyer Luft. Die Verwandlung geschieht in einem dün-nen Gewebe unter der Erde. Die Eulen haben lange, schmale, an Farbe und längli-chen Strichen dem faulen oder versteinerten Holze ähnliche Vorderflügel, meistens einen klei-nen zweygecheilcen Rückenkamm und abwachsende Haarschöpfe auf dem Leibe.

Weniger schädliche.

Anmerkung. Den Anfang macht die Scharteneule, welche aber mehr nützlich als schädlich ist,indem sie als Raupe niedrige Kräuter, und unter den Stauden nurHimbeer, Steinbrombrer,auch P fr i e m c n k r a u t zur Nahrung wählt. Die Blüthen von Rosen, die man ihr vorlegte unddie sie annahm, waren nur eine Ausnahme von der Regel. Diese Scharteneule, Ph. Noct. Exo-leta L., gemeine Nachteule, Moderholz, veralteter Nachtfalter, Aspectenraupenphaläne, Brillen«raupenphalane, die in den Linneischen, Wiener, Fabricius-, Borkhausen», Drahm«, Ewer- undRö«selsche» Schriften, T. Th. Nacktvög. r. Cl. lad. 24. mit der Raupe vorkömmt, und im Ausmaß2 Zoll 1 Linien hält, hat einen schwarzen Kammrücken und lanzetförmige, zusammengerollte Flü«gel. — Die Vorderflügel des Männchens haben der Länge nach zwey Felder, wovon da« innereschwarzbraun schattirt, das äußere aber bräunlichgelb ist, mit einer kleinen verblichenen und einergrößern Nierennarbe. In der Nähe des schattirten Hinterrande« ist eine zackige, gelbliche Queer»linie, die in der Mitte ein lateinisches W bildet. — Die Vorderflügel des Weibchens sind braun, gelblichund weißlich strichweise gemischt, mir zwey doppellinigen, ungleichen Nierennarben, davon diezweyte schwarzbeschatret ist. Beyde Geschlechter haben ohnweit des Hinterrandes eine doppelteReihe schwarzer Puncte, etwas scheckige Franzen und fünf gelbe Vorderrandpuncte. — Diemännliche Raupe mißt r Zoll 6 Linien, ist glatt, mattgrasgrün, mit r verblichenen, abge-setzten Rückenstreifen, in welchen auf jedem Glied in doppelter Zahl r weiße Spiegelpuncre stehn.Jede Bauchseite führt noch einen schwarzen Seitenstreik. Die weibliche r Zoll 8 Linien mes-sende Raupe, die vorne» schmächtiger als hinten ist, hat r gelbe Rückrnlinien, an welchen ebensolche doppelte Spiegrlpuncte, aber schräger und zusammenhängender, in der Gestalt einer 8 odereiner Btille stehn, und dann am Bauch eine rothe Seitenlinie, über welcher sehr viele weißeRin»gelpünctchen mit Einschluß der Luftlöcher stehn.

D>e Raupen, die oft sehr heißhungrig werden, weiden auf verschiedenen Melden-Arten,Scharten (Serratula tinctoria et aryensis), Wolfsmilch, Lattich, Gänsefuß, Erbsen, Spar-gel, Besenpfriemen, Genist, Hauhechel, Himbeer, Steinbrombeer und Gras. Sie verwan-delt sich zu Anfang oder in der Mitte des Julius in einer ausgesponnenen Erdhöhle, worin sie 9bis i2 Wochen, nämlich in den ersten ; bis 4 Wochen, noch unvenvandelt, und in den letzten 6oder 8 Wochen im Puppensiande ruht, so daß sie in der Mitte oder spätestens zu Ende des Sep-

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