Band 
Zweyter Theil.
Seite
518
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51 g Zweyte Hor^e der Phalänen, die Eulen. Achte Familie.

merkt auf denselben drey fast silberfarbige und gezackte Wellenstreifen. Der erste Wellen«streif an der Wurzel ist oft kaum zu sehen; ihm steht der zweyte ziemlich nahe. Zwischendiesem und dem dritten ist der Raum oft sehr dunkel, bald ohne, bald mit rostgelber Mi-schung, und die sich gleichen Narben sind nicht zirkel- sondern länglichrund, äußerst klein.Aus der Flügelspitze neigt sich ein Schrägöstrichelchen einwärts. Die hinter den drey Wel-lenstreifen stehenden schwarzen Pfeilspitzen bilden zuweilen eine doppelte Zikzaklinie, und indiesem Fall kommen vier Wellenstreifen heraus. Eine Reihe von 7 Möndcheu zieht an oderdurch die Franzen hin, die dadurch fchäckig erscheinen. DerVorderrand ist schwarzgefleckt,und die Hinterstügel, den Hinterrand ausgenommen, weiß, nebst den Franzen. Die Un-terseite ist auch mehrentheilö weiß mit braunen Franzen. DieVordertheile desJuftctS sindmit den Vorderflügeln gleichfarbig und der Hinterleib mit den Hinterflügeln gleichfarbig,bald ins marte Rosenroth fallend, zumal bey frischen Stücken. Die Knie sind schwarzge.fleckt und die schwarzen Fußblätter weißgeringelt. Von den gelben Fühlhörnern ist ihr vonHerrn Borkhausen der Name Xantiioeeros beygelegt worden. Sie variirt sehr, und hatstellenweise bald mehr, bald wenigere rostfarbene Flecken; wenigen mangelt die olivengrüneMischung.

Die gar nicht seltene, rothköpfige Raupe ist gegen den Kopf hin und am Hinter«ende schmäler, als in der Mitte, und hat merklich starke Freßspttzen. Sie ist sehr nied-lich, gelb, mit schwarzer Seitenlinie, und hat am ersten Gelenk eine Queerreihe von 4schwarzen Puncten, und vom zweyten bis letzten Glied ist jedes derselben achtnial weiß undviermal schwarz punctirt. So oft sie sich hautet, fangt sie ein lockeres Gespinste zu webenan, damit sie ungestöhrt bleibe. Und wenn sie ganz ausgewachsen ist, bemerkte man nie,daß sie die ihr gegebene Erde wählte, sondern sie spann sich in einem düstergrauen Gewebezwischen Blättern ein, gemeiniglich zu Ende des Junius, oder als Spätling gar zu Anfangdes Augusts, um eine hellbraune, glänzende Puppe zu werden, die bey hiesiger oftmaligerErziehung niemals in demselben Jahr als Phalane erschien, sondern vom 1. Julius biszum i. April gerechnet, eine monatliche Puppenruhe hielt. Herr Kammerrach Bork«Hausen nimmt zwar zwey jährliche Erzeugungen an, davon die Puppen der ersten 4 bis 6,und die der zweyten den Winker durch ruhen sollen; allein wir möchten fast dergleichen Falleals Ausnahmen von der Regel oder für Verwechselung halten.

Aufenthalt. Die Eule erscheint, wie gesagt, in unsern Gegenden zu Ende desMärz oder im April, an Eichenstämmen. Stubenwärme bey einer künstlichen Erziehunglockt sie früher heraus. ^ Aber man beobachtete auch im Gegentheil bey einer künstlichen Er-ziehung ohne Stubenwärme, daß sie einstmal, nämlich von 1801 zo. Junius an bis 180416. April, folglich drey Winter im Puppenstande beharrte. Ihre Raupe lebt im May undJunius an den Eichen, besonders an dem jungen Laube, und hat ein langsames Wachs-thum.

Anmerkung. Man darf diese Flavicomi« Vi en. durchaus nicht mit der Flavicomi» I. in. per»einigen, welches Fabricius in seinen spätern Schriften immer nocb thut, worüber DrahmsGründe a. «. 0. nachzulesen sind. Um aber nicht 2 Flavicome» ins System zu bringen, haben

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