Band 
Dritter Theil.
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675
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Dritte Horde der Phalane«/ die Spanner. Siebente Familie.

Beschreibung des vollkommenen und unvollkommenen JnsectS.Das Männchen hat nach den größten Exemplaren von einer FlügelfpiHe bis zur andern einAusmaß von i Zoll 9. Linien, einen schwarzen Punct auf jedem Flügel, und auf seinen ab.gerundeten, mehrentheilS gelblichweißen oder gelbgrauen Vorderflügekn 2 dunkle, braun,gelb - wellenrandige Binden, die auf den einander zugekehrten Seiten mit einer schwarzenLinie begränzt sind, so daß der Zwischenraum ein breites Helles Band vorstellt. Die Fran-zen sind gefleckt. Die breiten Hinterflügel sind meistens von der Grundfarbe der »ordern,nur um ein Weniges bleicher, ebenfalls mehr oder weniger bestäubt, mit ungefleckten Frau.zen; doch zuweilen mit einer Spur von fleckigen Franzen. Und so ist auch die Unterseiteeines jeden Flügels, wo dann die Zeichnungen und der Mittelpunct von der Oberseite durch,schimmern. Der schmale Dorderleib und der schlanke, kurze Hinterleib, nebst den zartge-kämmten Fühlhörnern und allen übrigen Theilen, sind rostfarbig, mit braunen Punctenbestreut.

Die Varietäten sind theils von kleinerem Ausmaß, theils auf den Vorderflü.geln bald von gelbgrauer, bald bräunlichgelber, bald rostfarbiger Grundfarbe, und auf denhincern von gelblichweißer, immer mit vielen Puncten bestreuter Grundfarbe. Ein befrem-dendes und doch schönes Ansehen haben diejenigen, deren Randbinden schwarzbraun ausfallen,und welche zugleich kleiner sind, und wovon in Efperö Werke keine Abbildungen vorhanden

sind.

Der ockergelbe, tieffchwarzpunctirte Körper des Weibchens ist flügellos, mitgleichfarbigen und eben so punctirten und gescheckten Fühlhörnern und Füßen; der Kopf istklein, und der Säugrüssel weit kleiner, als beym Männchen. Bey Varietäten ist dieganze Oberseite deö Hinterleibes mattschwarz überzogen, wo dennoch die Einschnitte gelbbleiben.

Die im May und Junius überall vorhandene, 1 Zoll 4 Linien messende, schöne,braunrothe Raupe mit einem schwefelgelben Seltenstreif, in welchem auf jedem Gelenkeein rothbrauneö Strichelchen steht, ist von durchaus gleicher Dicke. Zwischen jedem Ringist ein grauer Queerstrich. Der Kopf ist herzförmig eingeschnitten, und nebst dem letztemRing und den Nachschiebern blasser, alö die Grundfarbe des Leibes, die bald vollfarbig,bald blaßfarbig ist. In der Ruhe siht sie mit aufgerichtetem Kopf und Vorderringen undgekrümmtem Leib, so daß sie die Brustfüße aus einander sperrt. Ihr Verwandlungsge«wölbe spinnt sie sich in der Erde mit wenig Fäden aus. Die rothbraune Puppe mit ei.ner Stielspihe ruht von der Mitte des Junius bis zu Anfang des Octobers, und späterhinbis zur Mitte des Novembers, bald 4, bald 5 Monate, und ist schwer zu erziehen.

Aufenthalt und Nahrung. Dieser sehr gemeine Spanner entdeckt sich inbesagten Herbstmonaten in Gärten und an den Stämmen der Bäume; seine Raupe weidetim May bis zur Mitte des Junius auf Eichen, Birken, Haynbuchen, Erlen,Ulmen, Linden, Elsebeeren (Crataegus torminalis) und allen Obstbäumen;desgleichen haben wir sie auf Espen, Weiden, Schwarz- und Weißdorn, Ro-sensträucher,, Maßholder, Nuß, Zwetschchen und Pfirschen gefunden unddamit erzogen.

Rrrr Fort.

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