676 Dritte Horde der Phalänen, die Spanner. Siebente Familie.
Fortpflanzung. Die Phaläne sitzt ruhig und betäubt bey Tage, fliegt aber inder Dunkelheit munter umher, und begattet sich dann, welches Geschäfte ziemlich langedauert. Das befruchtete Weibchen fetzt hierauf nach und nach goo Eyer ab, die es bald ein-zeln, bald paarweise an die Ritzen der Bäume und Strauche legt; diese sind eyrund, aneiner Seite spitzig, und unter der Vergrößerung aus Sechsecken zusammengesetzt, von derFarbe des Eichenholzes, und überwintern; im Frühjahr entwickeln sich die jungen Rau-pen, an denen man unter der Lupe auch Härchen wahrnimmt.
Schaden. In Ansehung der Forste will solcher nicht viel sagen; und in Anse-hung der Obstgärten möchte er zwar merklicher seyn; indeffen kann man doch nicht be-haupten, daß die Raupe, selbst bey ihrer Vielftäßigkeit, große Zerstörung anrichte.
Mittel dagegen. Glaser empfiehlt die nämlichen, die man gegen dieRaupe des Frühebirnspanners, Brumata, gebraucht, und die bey derselben vorkommenwerden.
Anmerkungen, i) Bey Espers t. z6. f. i. sind die Hinterflügcl, statt bleichweißgelb, allzu gelb»lich, bey f. 2. aber natürlicher gerathen, und f. die mit der Röselschen übereinkömmt, istvon Hrn- Oclmann in Leipzig Salicaria genannt worden.
2) In Gleditsch Forstwiff. I- Seile zu. sind die Monate verseht: denn die Raupe ist nicht !mHerbst, sondern imZunius, und die Phaläne im October vorhanden; S. 520. aber ist alles recht.
z) Da, wo in Goezens Entomologischen Beyträgen des Gleditschens Fvrstwissenf. nachgewiesenwird, ist nur die erste Ausgabe zu verstehen.
4) Im Rösel III- Seite 8z. wird die Verpuppung aus Versehen in den Augustmvnat gesetzt, undS. 84. wird noch die von der Phalaena Bombyx Antiqua behauptete Fabel, mit dem Fortschlep»pen des Weibchens auch auf diese Phaläne übertragen; allein man weiß nunmehr, daß es nurFolge der Flucht sey, wenn sogar Tagfalter, z. B. der gemeine Kohlfalter, Papilio Eraificae L.,einige Minuten mit dem Weibchen im Fluge zusammenhängt.
220. Der Win terhayn buchen spann er. Phalaena Geometra Melleam,Namen, Schriften und Nachweisung der Abbildung.
Vierpunctirte Winterspannerphalane, honigsarbiger Spanner.
Phalaena Geometra Quadripunctaria E sp e r V- t. z 6 . f. 10. 11.
Kennzeichen der Art. Männchen. Die Vorderfiügel sind blassgelblich,wie mit bleystiftfarbenen Tropfen besprengt, und 2 gleichfarbigen schmalen Streifen besetzt;die Hintern sind weißlich; alle haben einen sehr matten, oft unkenntlichen Mittelpunkt; diegelben Fühlhörner sind kammförmig.
Weibchen. Flügellos; grau, ins Rostfarbene fallend, mit braunpunctirtemLeib und Füßen; an den Flügetansätzen ist nur der äuflere Rand dunkelbraun ge-säumt.
Raupe. Gewöhnlich von fleischfarbener, zuweilen von gelber Grundfarbe, miteiner bleichschwarzen Seitenlinie; kleiner als die vorhergehende. Sie ist weder beschrie-ben, noch abgebildet; wenigstens jetzt 1803 noch nicht.
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