Band 
Dritter Theil.
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Dritte Horde der Phalanen, die Spanner. Siebente Familie.

Niederländische Naturforscher, Admiral in seinen Naaukeurige Waarnelim. tab.2o*hatte rochköpfige Varietäten von dieser Raupe, deren Raupenstand im Jahr 1739,vom 7. Jun. bis 5. November, also 157 Tage dauerte, worauf sie eiukrochen. Ihrekünstliche Erziehung mislingt oftmals.

Aufenthalt und Nahrung. Der Spanner zeigt sich im April, Maybis Junius auf den Zweigen der Sträuche und der jungen Bäume der Föhren , seltenauf alten, und selten an der Erde, außer wenn er schon zu matt ist. Er trägt wie einTagfalter im Sitzen die Flügel in die Höhe gerichtet, wie dieses mehrentheils diejenigenPhalänen thun, deren Flügel auf der Unterseite gut gezeichnet sind, B. die Syringaria.Auch fliegt er gegen die Gewohnheit der meisten Spanner selbst am hellen Mutage.Man sieht ihn in jungen Kiefernwaldungen alle Jahr herum fliegen. Er ist also außerden Jahren der schädlichen Vermehrung nicht so selten wie andere Waldzerstörer, z. B.der Nonnen-Spinner. Die Raupe ist ebenfalls auf Föhren und zwar erwachsen imAugust, seltener noch im October. Die Puppe sindcl sich in der Ueberwintcrung unter derMoosdecke der Birkenwurzel.

Fortpflanzung. Die Raupe muß lang im Ey zubringen, weil sie nach demfliegenden Schmetterling so spät erscheint. Herr Pros. Esper vermuthet zwar,Schmetterlinge V. Theil Seite n o. eine doppelte Generation; eine, wo der Schmetter-ling aus überwinterten Puppen im März oder April komme, die andere, welche 4 bis6 Wochen zu den Verwandlungen brauche, worauf er im Juniuö erscheine. Allein manfindet diese Meynung durch hiesige Erfahrungen nicht bestätiget. Das Weibchen klebtseine Eyer an die Nadeln und Zweige im Frühling, damit die auskommenden Raupensogleich Nahrung finden. Diese bleiben anfänglich wegen ihrer Farbe und Kleinheitdem Auge des Forschers lange verborgen, bis sie sich endlich im Julius durch die Folgenihres Fraßes verrathen.

Feinde. Vielleicht ein Theil derer, welche der Forleule (P. N. Piniperda)nachstellen.

Schaden. Man hat Beyspiele, daß junge Kiefern durch den Fraß dieser Raupeganz abgedorret sind, worüber im Hallifchen Naturforscher XXV. Seite 67 nachgelejenwerden kann. ^Jn den Jahren 1783— 84, 87 — 88 und 1797 hat sie in der Oberpfalz sehr großen Schaden gethan, eben so in dem letztem Jahre im Weimarischen auf demTannenröder Reviere. Esper schreibt zwar a. a. O. Seite 109: Erhalte es für unge-wiß, ob solche einen so beträchtlichen Schaden angerichtet habe, und vermuthe, manhabe die Raupe von der Noctua Piniperda mit ihr verwechselt, weil sie einander ähn-lich seyen. Allein mehrere Erfahrungen ") zeugen von dem wirklich wesentlichen Nach-theil derselben. Denn sie wandert nicht von Ort zu Ort, sondern höchstens nur von einemBaum auf den andern; daher es denn kömmt, daß, wenn ein Ort kahl gefressen ist, sieentweder verhungert, oder sich unvollkommen verpuppt. Und obfchon diese Raupe oftlange Zeit, ohne zu fressen, auf den Nadeln liegt, hat sie doch durch ihren lang anhal-tenden

*) 2 ch bin selbst Augenzeuge davon gewesen. B.