Band 
Dritter Theil.
Seite
700
JPEG-Download
 

7oo.

Dritte Horde der Phalänen, die Spanner.' Zehnte Familie.

Lerling zuweilen i bis 2 Binden, zuweilen gar keine Zeichnung zli haben. Die Hinter«füget haben nur einen gewässerten, verblichenen Queerstreif. Ünren sind alle Flügelhellaschgrau mit verwischten Streifen und einem Mictelpunct. Der Hinterleib ist gelblichgrau und dünn.

Statt der Flügel hat die Natur dem Weibchen, wie mehreren andern Arten,nur lappenähnliche Ftügelansätze gegeben, die schwarzbandirt sind. Die Fühlhörner sindfadenförmig, die Füße sind ziemlich lang und der Leib nach Verhältniß stark undaschgrau.

Herr Efper hätte denselben, da des Männchens Fühlhörner einen braunenStiel und weißliche lange Seitensäserchen haben, die nur bey starker Vergrößerung inAbbildung dargelegt werden können, eben darum, weil sie nicht wirklich kammförmigsind, nicht Brumaria nennen sollen. Man hat ohnehin im Borkhausenschen Werkschon eine eigene Brumaria. Mit einem Worte: Diese Fühlhörner sind in EsperSWerk tab. 37. fig. 8. 'ganz verfehlt, so daß dadurch das Jnsect ganz unkenntlich undftemd wirb. Auch fehlen bey fig. 7. die wellenförmigen Linien. Die Raupe fig. 10— 13ist aber gut getroffen. Die Kleemannischc Abbildung ist auch gut, aber der Spanneretwas zu groß, und die Seitensäserchen der Fühlhörner ebenfalls. — . Br a hm hat denSchmetterling aus Versehen im Jnsectencalender mit Prunata L. vereinigt.

Die Grundfarbe der walzenförmigen, gi Linien langen Raupe (Spaniol) istgrün, nach der letzten Häutung gelblich grün, die Einschnitte des Leibes gelb; und voneben derselben oder auch dunkleren Farbe läuft eine Längslinie gerade über den Rücken,und auf jeder Seite eine dergleichen gelbliche oder weiße; nicht weniger auch eine an denFüßen. Der Kopf ist nach der letzten Häutung rothgelb oder glänzend braun. Die Luft.löcher erscheinen sodann als dunkle Puncte.

- Nach der Ueberwinterung der Eyer entwickelt sich die Raupe sehr früh, und istim April schon bereit, ihre Verwüstungen anzufangen, wo sie die Knospen, auch wohldie Blüthen benagt. Aus dem Ey kommt sie grau, nach der ersten Häutung wird siegelblich grün, und der Kopf ist sodann schwarz. Nach der zweyten Häutung verliert sichdiese Schwärze, die Grundfarbe wird grüner, und die weißen Rückenlinien werdenheller.

Den Namen des Blüthenwicklers aber verdient sie aus 2 Ursachen nicht: i)weildie Raupe den Blüthen nicht allemal schadet, besonders in dem Fall, wenn die Frühlings-wärme anhaltend eintritt, daß sich die Knospen bald öffnen; wo sie dann aus solchen herauskriecht, und sich an die Blatter macht. Zu der Zeit wird sie denn auch häufig ein Raubder Vögel und der Raupentödter (Zehrwespen, Ichneumon L.), oder wird auch beyanhaltendem Regen aufgerieben. In diesem Fall bekommt man dennoch Obst, wenn siegleich in Men.ge erschienen sind. Fallen aber keine Regen ein; so steht das Treiben derKnospen stille, das Oeffnen der Blüthen wird verzögert, und die eingeschlossenen Raup.chen fressen um sich, verzehren die Staubgefäße, höhlen die Knospen aus, so daß sie beyder hernach folgenden Wärme entweder gar nicht aufbrechen können, oder es bleibt nichts,«!s ein brauner Putzen sitzen. In diesem bleiben sie gemächlich wohnen, bis sie der Man.

gel